IP Deutschland GmbH
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MIT PERFEKTEM SPAGAT
ZUM RELEVANTEN PROGRAMMMIX
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© MG RTL D / Boris Breuer
29.10.2018

Anlässlich der Medientage München sprach Frank Hoffmann mit der Süddeutschen Zeitung. Im Interview erklärt er, warum Formate wie "Adam sucht Eva" ebenso zu RTL gehören wie "Team Wallraff" oder die News und Magazine.

Auszüge AUS DEM Interview vom 25. Oktober 2018:

Süddeutsche Zeitung: Herr Hoffmann, ProSiebenSat. 1 hat gerade angekündigt, mehr Eigenproduktionen und lokale Programme zu produzieren. Es gibt unter dem Druck der globalen Konkurrenz von Netflix und Amazon offenbar das Gefühl, man müsse als Privatsender jetzt handeln. Haben Sie das auch?

Frank Hoffmann: Genau diese Strategie setzen wir seit inzwischen rund vier Jahren um. Der Fokus auf lokale, in Deutschland exklusive Produktionen zahlt sich aus. Unsere Trampolinshow "Big Bounce" ist ein schönes Beispiel dafür, wie wir mit unserer eigenen Kreativität gemeinsam mit Produzenten Erfolgreiches schaffen können. Das Format wurde nach Frankreich und jüngst auch an Fox in die USA verkauft, für hiesige Show-Produktionen alles andere als üblich. Unser Eigenproduktionsanteil liegt schon heute bei mehr als 80 Prozent in der Primetime, Tendenz steigend. Darüber hinaus werden wir unser Video-on-Demand-Angebot "TV NOW" deutlich ausbauen.

BB

RTL steht für einen merkwürdigen Spagat, auf der einen Seite der seriöse Nachrichten mit Peter Kloeppel, andrerseits Shows wie "Adam sucht Eva" mit tätowierten und chirurgisch veränderten nackten Menschen – wie geht das zusammen?

"Adam sucht Eva" sind sechs Stunden unseres Programms. Diese sechs Stunden gehören ebenso zu RTL wie die rund 111.000 Programm-Stunden Magazin- und News-Berichterstattung pro Jahr. Mit "Adam sucht Eva" schaffen wir dabei gezielt Aufmerksamkeit, selbst in unserem Gespräch.

Wenn Nackte durchs Fernsehen laufen, ist es klar, dass das eine gewisse Aufmerksamkeit erregt, oder?

Entscheidend für uns ist die Mischung. Mich macht es als Journalist stolz, wenn wir um 20.15 Uhr Reportagen über so schwierige Themen wie Brustkrebs zeigen, von denen viele sagen, das würden wir gern auch mal bei einem öffentlich-rechtlichen Sender um diese Uhrzeit sehen, oder investigativen Journalismus mit "Team Wallraff" oder "Das Jenke-Experiment". Wir möchten die Massen ansprechen durch unseren Programmmix und keine Echokammern bedienen, wo Menschen oft nur das hören, was sie ohnehin hören möchten. Zudem finde ich absolut nichts Schlechtes daran, wenn Menschen sich auch mal nur unterhalten lassen wollen, im Gegenteil.

JvW

Ist Ihr Publikum auch ein bisschen arm und ein bisschen fettleibig, wie es der frühere ProSieben-Chef Thomas Ebeling das Publikum des deutschen Privatfernsehens aus seiner Sicht geschildert hat – in Abgrenzung zu dem mutmaßlich elitäreren Netflix-Zuschauer?

Finde ich reichlich despektierlich, diese Annahme. Ich weiß, dass es manches Klischee über das Privatfernsehen gibt, bezeichnenderweise zumeist bei denen, die uns lange nicht mehr geschaut haben. Diese Klischees werden jedoch weder unseren Zuschauern gerecht noch jenen, die das Programm machen. Manchmal bin ich sogar etwas erstaunt, dass Netflix und Amazon ausschließlich als Heilsbringer dargestellt werden. Wenn ich mir vorstelle, nur ein Algorithmus würde bestimmen, was unsere Zuschauer sehen, dann würde unser Programm, so sehr ich sie mag, vor allem aus Castingsendungen, Soaps und vielleicht noch "Wer wird Millionär?" bestehen. Aber wir liefern als Privatsender einen Public Value, natürlich bei den News und Magazinen. Oder nehmen Sie die Diversität: Seit Jahrzehnten ist bei "Cobra 11" der Hauptcharakter ein Ermittler mit türkischem Hintergrund, ohne dass das groß thematisiert würde. Bei "Let's Dance" gibt es ganz selbstverständlich eine Multikulti-Jury. In unseren täglichen Serien behandeln wir höchst relevante Themen wie Flüchtlinge, Mobbing oder häusliche Gewalt. Und wir stellen fest, dass wir viele Zuschauer genau deshalb erreichen, weil wir es verstehen, Relevantes unterhaltsam zu verpacken.

Cobra

Was bringt Ihnen das wirtschaftlich?

Glaubwürdigkeit. Das ist ein enormer und an Bedeutung wachsender Wert. Wenn es jetzt eine Breaking-News-Situation gibt, sind wir, neben unserer Schwester n-tv, der einzige große private Sender auf Augenhöhe mit den Öffentlich-Rechtlichen. Das zahlt sich hervorragend aus, denn seit vielen Jahren sind wir hochprofitabel.
 

Das gesamte Interview befindet sich auf Sueddeutsche.de.

Ansprechpartner

Birte Heemeyer

Birte Heemeyer
B2B Marketing RTL, VOX, RTLplus & NOW US

+49 221 456-26870

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