IP Deutschland GmbH
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MEDIENNUTZUNG IN DER KRISE

Die Welt und Deutschland befinden sich im Corona-Krisenmodus. Die meisten Generationen und Medien haben nicht annähernd Ähnliches erlebt. Das betrifft alle Menschen, Unternehmen und natürlich auch die Medien. Millionen Menschen informieren sich verstärkt und greifen dazu besonders auf relevante und glaubwürdige journalistische Medienmarken zurück. 

Karin Immenroth, Chief Data & Analytics Officer der Mediengruppe RTL Deutschland, hat aktuelle Nutzungszahlen ausgewertet. 

Mit Vertrauen durch die KRISE 

Im Notmodus und unter erschwerten Bedingungen berichten sie über die täglichen Entwicklungen und gleichzeitig gilt es auch weiterhin Unterhaltungsprogramme zu liefern. TV-Sender informieren in Sondersendungen, Shows finden ohne Publikum statt, Newsticker in Digital-Angeboten werden minütlich mit neuen Nachrichten zur Krisen-Lage bestückt. Millionen Menschen informieren sich verstärkt und greifen dazu besonderes auf relevante, glaubwürdige journalistischen Medienmarken im klassischen Fernsehen, Print, Radio und digitalen Angeboten zurück. Im Folgenden bewerte ich eine Auswahl der bisher vorliegenden Daten mit besonderem Blick auf die Mediengruppe RTL Deutschland, da uns hier die stärkste Datentiefe vorliegt.  
 

TV legt zu – besonders im jungen Publikum

Ein Blick auf die Zahlen der AGF zeigt: Die Netto-Reichweiten sind im klassischen Fernsehen in Deutschland in der vergangenen Woche um 9 Prozent bei der Zielgruppe der 14-59- Jährigen Zuschauer im Vergleich zu vor den verstärkten Maßnahmen  der Bundesregierung und Landesregierungen nach  dem 12. März angestiegen, die Sehdauer sogar um 15,7 Prozent. Vieles deutet darauf hin, dass sich diese Entwicklung aufgrund der besonderen Situation mit Schulschließungen, dem Aussetzen öffentlicher Veranstaltungen und dem Cocooning-Effekt durch social distancing  weiter fortsetzen wird. Alleine die Rede der Bundeskanzlerin zur Krisenlage haben bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und auch bei der Mediengruppe RTL bei RTL Television und ntv viele Millionen Menschen auf dem klassischen Weg über lineares TV erreicht. In den vergangenen Tagen lassen sich seit dem Einsatz des verschärften Maßnahmenkataloges starke Zuwächse der Sehdauern im linearen TV für fast alle Alterssegmente feststellen. Gerade die jungen Zuschauer führen dabei zu den höchsten Steigerungsraten mit über 30 Prozent. Die wachsenden Sehdauern setzen sich dabei aus zwei Komponenten zusammen: Es schalten mehr Personen ein und sie verweilen auch länger insbesondere das junge Publikum. Vor allem ntv wird stark genutzt, verdoppelt seine Marktanteile bis auf 2,8 Prozent Marktanteil bei den 14-59-Jährigen, wird dabei deutlich stärker als sonst vom jungen Publikum genutzt und ist führende Nachrichtenmarke unter den Infosendern.
 
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Digital wächst gewaltig

Auch die digitalen Plattformen der Informationsangebote erreichen neue Höchststände bei den Nutzungen: Viele Angebote knacken fast täglich neue Rekorde auf Tagesbasis. Die 15 größten Online-News-Marken in Deutschland erzielten Anfang der vergangenen Woche laut AGOF täglich deutlich über 31 Millionen überschneidungsfreie Unique User. Das waren laut meedia.de Zahlenexperte Jens Schröder jeweils über 10 Millionen mehr als einem durchschnittlichen Tag der jüngsten drei Monate. Ein tieferer konvergenter Blick auf Mediengruppen RTL Angebote: Bei der journalistischen Reichweite der Mediengruppe RTL lässt sich ein massiver Anstieg um die 23 Prozent feststellen. Das gilt für die linearen wie auch für die digitalen Angebote. Im Corona-Zeitraum erreicht die Mediengruppe RTL pro Tag bis zu 34,33 Mio. Menschen (22. März 2020) alleine mit ihren journalistischen Angeboten und durchschnittlich über 29 Mio. Personen über TV + Online (brutto). Getrieben wird der Zuwachs vor allem durch die Online-Angebote (+29 %), insbesondere ntv.de legt auf allen Plattformen deutlich mit bis zu 7,79 Mio. Unique User am Tag zu. Vor allem aber auch die digitalen Angebote der Ad Alliance ziehen massiv an und erreichen täglich bis zu 19,4 Millionen Unique User.
 
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Audio und Print mit starken Wachstumssignalen

Noch ist es zu früh ein klares Bild über alle Mediengattungen zu zeichnen, da die offiziellen Reichweitenzahlen anders als im TV über AGF oder online über AGOF nicht tagesaktuell betrachtet werden können. Dennoch zeichnet sich bereits deutlich anhand verfügbarer Rückmeldungen und Daten ab: Information ist in der Krise das A und O für die Deutschen über alle Mediengattungen hinweg. Das Online-Streaming beispielsweise der RTL-Radiosender als Hinweis auf die AUDIO-Nutzung in den letzten Tagen mindestens 40 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zwölf Monate. Aus dem Lebensmitteleinzelhandel gibt es starke Signale, dass die Print-Verkäufe merklich anziehen, wenngleich sie im Bahnhofshandel aufgrund der Reiseeinschränkungen zurückgehen. Auch die Gewinnung von Abonnenten im Callcenter funktioniert aktuell besser als sonst. Bei den Buchverkäufen ist besonders bemerkenswert wie viele Buchhändler trotz Geschäftsschließungen anbieten, Bücher bei ihnen zu bestellen und diese dann an die Haustüre zu liefern. Auch diese Maßnahmen sollten zu verstärkten Abverkäufen führen.

Streaming dürfte mutmaßlich wachsen

Das Streaming dürfte wachsen – ich formuliere im Konjunktiv, da wir nach wie vor bei allen Anbietern bis auf AGOF gelistete Angebote wie TVNOW und joyn eine notorischen Informationssparsamkeit der internationalen Anbieter bei der Nutzung konstatieren. Als Indiz für eine gesteigerte Streaming-Nutzung der vielen Menschen, die zu Hause bleiben müssen, ist allerdings der Vorstoß der EU-Kommission zu werten, die Netflix sowie die Streaming-Plattformen insgesamt aufrief, mit Internet-Anbietern zusammenzuarbeiten und ihren Datendurchsatz anzupassen. Der Gedanke folgt der Idee, das Arbeiten von zu Hause aus nicht zu bremsen. Netflix, Amazon Prime und Disney+ sind dem Vorstoß gefolgt und reduzieren die Datenraten für die kommenden 30 Tage. Ein Blick auf die wachsende Streaming-Nutzung bei TV NOW zeigt ein ähnliches Bild wie in anderen Medien und überrascht vielleicht damit: Die Nutzung der Unterhaltungsangebote ist weiter auf hohem Niveau stabil, starkes Wachstum findet derzeit aber bei Informationsangeboten statt: Seit der Corona-Krise gibt es ein deutlich gesteigertes Interesse an Informationssendungen: Die Abrufe von "RTL aktuell" haben sich in den letzten sieben Tagen im Vergleich zur Vorwoche beispielsweise verdoppelt und die Nutzung der ntv-Inhalte hat um 71 Prozent zugenommen. Auch die exklusive Corona-Doku "Stunde Null" wird sehr stark abgerufen. Parallel gibt es bei vielen Usern eben auch das Bedürfnis, sich abzulenken und unterhalten zu lassen – mit den täglichen RTL-Serien "GZSZ" oder "Alles was zählt" genauso wie mit dem TV NOW-Original "Temptation Island".

Fazit: Mit Vertrauen durch die Krise

Alle bislang bekannten Metriken und Marktdaten zeigen, dass vertrauenswürdige, glaubwürdige journalistische Medienmarken in der Krise so stark wie noch nie genutzt werden und zwar über alle Mediengattungen hinweg. Alle Medienanbieter sollten die große Verantwortung annehmen, und dem Vertrauen der Menschen in ihre Marken gerecht werden. Sie können mit Berichterstattung von positiven vorbildlichen Beispielen voran gehen und ihrer gesellschaftlichen Rolle damit gestalten. Denn mit dieser großen Vertrauensbestätigung können auch die Medienmarken gestärkt aus der Krise kommen.

Stand: 22.03.2020

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