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Seit 2005 wird der Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten einmal jährlich ausgewiesen. Fakt ist: Das TV-Gerät bleibt die wichtigste Plattform für die Bewegtbildnutzung.

Im Herbst 2019 stellten die Landesmedienanstalten den jährlichen Digitalisierungsbericht Video vor. Seit 2005 beleuchten die Digitalisierungsberichte detailliert die Entwicklungen bei Übertragungswegen, Endgeräten und die dadurch ausgelösten Veränderungen in der Nutzung von Bewegtbildmedien.  

Fast 90 Prozent der Haushalte werden über Breitbandkabel oder Satellit versorgt

Als die Studienreihe 2005 ins Leben gerufen wurde, empfingen gerade einmal ein Viertel der TV-Haushalte digitales Fernsehen. Die aktuelle Ausgabe zeigt: Zumindest in dieser Hinsicht ist die Digitalisierung abgeschlossen – praktisch alle TV-Haushalte in Deutschland werden im Jahr 2019 mit digitalem Fernsehen versorgt*. Dabei sind die Anteile der Haushalte, die per Breitbandkabel (44,7%) oder Satellit (44,8%) versorgt werden, praktisch gleich groß – damit bleiben diese beiden Verbreitungswege (bei aller Dynamik im IPTV-Markt) mit deutlichem Abstand führend. 8,6 Prozent der Haushalte werden über IPTV erreicht, nur noch 6,0 Prozent empfangen TV terrestrisch (Summe der Anteile > 100 Prozent wegen Mehrfachempfang). 

Cord Cutting wird überschätzt

Als "Cord Cutting" bezeichnet man in den USA, wenn Haushalte komplett auf klassische Kabel- und Satelliten-TV-Abos verzichten und stattdessen über ihr TV-Gerät ausschließlich Free-To-Air und Streaming-Angebote nutzen. Der Digitalisierungsbericht fasst diesen Begriff noch enger: Hier werden solche Haushalte als Cord Cutter ausgewiesen, in denen über den Fernseher ausschließlich Bewegtbildinhalte gesehen werden, die über das Internet verbreitet werden. Der Anteil dieser Haushalte steigt seit Jahren deutlich – allerdings auf insgesamt sehr geringem Niveau: Im Jahr 2019 qualifizierten sich gerade einmal 650.000 Haushalte in Deutschland für diese Gruppe.

Hohes Potenzial für Addressable TV: 40 Prozent aller TV-Haushalte sind mit Smart TVs vernetzt

Der Trend zu immer größeren TV-Geräten ist seit Jahren ungebrochen und dementsprechend logisch ist der Schritt zu immer höheren Auflösungen. Folgt man dem Einzelhandel und den Fachmedien, ist Ultra HD (4K) eigentlich unverzichtbar. Doch vielen Verbrauchern genügt nicht nur der HD-Empfang** – vielmehr empfangen 28 Prozent der TV-Haushalte ihr Programm sogar noch ausschließlich in der klassischen SD-Auflösung. 

Übrigens steht in mehr als der Hälfte aller TV-Haushalte (56,4%) inzwischen mindestens ein Smart TV. Allerdings sind nicht alle diese Geräte auch mit dem Internet verbunden. Zählt man nur die Geräte, die tatsächlich auf Online-Inhalte zugreifen können, sind immerhin in 4 von 10 TV-Haushalten echte „Smart TVs“ vorhanden und diese damit prinzipiell über Addressable TV erreichbar.  

Im Durchschnitt über alle Altersklassen hinweg haben inzwischen 87,5% der Deutschen eine Möglichkeit zur Nutzung von Videoinhalten aus dem Internet. 95,1% können prinzipiell klassisches, lineares Fernsehen am TV-Gerät nutzen. 

TV-Geräte stehen im Zentrum der Bewegtbildnutzung

Gefragt nach dem generell wichtigsten Bildschirmgerät, nennen 36 Prozent der Befragten (E14+) das Smartphone, gefolgt vom TV-Gerät (29,7%). Fragt man aber konkret nach der Bewegtbildnutzung, ist für mehr als die Hälfte der Befragten (56,6%) das klassische TV-Gerät am wichtigsten – das Smartphone folgt erst mit weitem Abstand (11,5%). 

Der Digitalisierungsbericht 2019 der Landesmedienanstalten ist hier abrufbar.

*Die Verfasser der Studie weisen darauf hin, dass es nur noch einige lokale analoge Kabelanlagen mit wenigen angeschlossenen Haushalten gibt, die aber statistisch nicht sinnvoll abbildbar sind.

**HDTV-Empfang definiert als: Empfängt HD oder HD-Receiver lt. Angabe des Befragten und TV-Gerät ist HDTV-Gerät oder auf DVB-T2 HD eingestellt.

Ansprechpartner

Sandra Schümann

Sandra Schümann
Cross Media Research - Video Focus

+49 221 456-71087

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