IP Deutschland GmbH
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TNS CONVERGENCE MONITOR 2018
09.10.2018

Bewegtbildnutzung über das Internet steigt weiter – gleichzeitig behauptet sich das klassische Fernsehen.

Videoinhalte im Internet gewinnen weiter an Attraktivität: Von ihrer Online-Zeit verwenden die Deutschen immer mehr Zeit für Bewegtbildangebote. Bereits ein Viertel ihrer gesamten Internetnutzungszeit verbringen die 14- bis 69-Jährigen mit bewegtem Content. Im Vorjahr betrug der Anteil der Nutzungsdauer von Bewegtbild erst 22 Prozent, 2016 nur 15 Prozent.

Ein Viertel der Internetnutzung entfällt auf Videoinhalte – Ein Drittel in der jungen Zielgruppe

Anteil Videoinhalte an der Internetnutzungsdauer

Quelle: TNS Convergence Monitor 2018 / Grundgesamtheit: Haushalte in Deutschland mit mind. 1 Person 14–69 Jahre, 33,461 Mio., n=1.535 

Dennoch bleibt die Sehdauer des klassischen, linearen Fernsehens mit etwa drei Stunden pro Tag stabil und ist nach wie vor mit großem Abstand das Bewegtbildangebot, das am längsten genutzt wird. Das klassische TV hat auch die größte Gruppe exklusiver Zuschauer: 42 Prozent absolvieren ihren Bewegtbildkonsum ausschließlich über "Free-TV" – ein wesentlicher Treiber hierfür dürfte die freie und flächendeckende Verfügbarkeit sein.

Ebenso frei verfügbar ist Online-Video, das ebenfalls gern genutzt wird – in Form von kurzen Videoclips und Videos in sozialen Netzwerken, die im Gegensatz zum klassischen Fernsehen jedoch eher dem Bedürfnis spontaner und kurzfristiger Zerstreuung dienen. Gut jeder zweite 14- bis 69-Jährige sieht sich solche kurzen Videos, die zum Beispiel auf YouTube oder Facebook verfügbar sind, mindestens einmal im Monat an.

Ein Wachstumstrend zeigt sich mittlerweile auch bei kostenpflichtigem Content: Das Interesse an kostenpflichtigen Video-on-Demand-Angeboten nimmt deutlich zu: 2016 nutzten 7 Prozent mindestens einmal im Monat kostenpflichtige Inhalte, 2017 stieg dieser Anteil auf 13 Prozent, 2018 ist er auf aktuell 18 Prozent gestiegen. Ihre Bereitschaft, für Video-on-Demand Geld auszugeben, begründen die meisten Befragten damit, zeitunabhängig und flexibel das ansehen zu können, was sie möchten. Eine besondere Anziehungskraft üben Serien aus: Mehr als die Hälfte der Befragten hat eine Leidenschaft für Binge-Watching entwickelt, schätzt also die Möglichkeit, mehrere Folgen einer Serie am Stück sehen zu können. Für knapp die Hälfte ist das Angebot an Spielfilmen ein wichtiges Nutzungsmotiv für kostenpflichtiges Video-on-Demand.

Knapp jeder fünfte nutzt SVOD-Angebote

Nutzung von kostenpflichtigem Video-on-Demand
(mind. 1 x pro Monat)
Nutzung von kostenpflichtigem Video-on-Demand

Quelle: TNS Convergence Monitor 2018 / Grundgesamtheit: Haushalte in Deutschland mit mind. 1 Person 14–69 Jahre, 33,461 Mio., n=1.535 

Auch die Gerätenutzung unterliegt bei Videoinhalten einem Wandel: Einerseits kommen verstärkt mobile Geräte wie Smartphone und Tablet zum Einsatz, anderseits wird das komfortable Zuschauererlebnis über den internetfähigen Fernseher, das Smart TV, immer beliebter. PC und Notebook werden zwar mit 45 Prozent noch immer am häufigsten für Video-on-Demand genutzt, zeigen aber als einzige Geräte mit einem Rückgang um zehn 10 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr eine rückläufige Nutzung.

Sämtliche Entwicklungstendenzen im Bereich Online-Bewegtbild treffen in noch größerem Maße auf die 14- bis 29-Jährigen zu: Diese verbringen nicht nur ein Viertel, sondern mehr als ein Drittel ihrer Online-Zeit mit Videoinhalten. Jüngere nutzen vermehrt Videoclips und andere kostenlose Videoinhalte, aber auch bei Video-on-Demand liegen sie mit 32 Prozent mindestens einmaliger monatlicher Nutzung deutlich höher als die Gesamtbevölkerung mit 18 Prozent.

Motive für die Nutzung von kostenpflichtigem Video-on-Demand

Basis: Nutzung mind. 1x pro Monat

 60% zeitunabhängig/flexibel das anschauen, was ich möchte
 54% mehrere Folgen einer Serie am Stück
 52%  keine Werbeunterbrechungen
 47%  Spielfilme
 45%  mehr Auswahl als im Free-TV
Quelle: TNS Convergence Monitor 2018 / Grundgesamtheit: Haushalte in Deutschland mit mind. 1 Person 14–69 Jahre, 33,461 Mio., n=1.535

Im Bereich Online-Kommunikation zeichnet sich ein Umbruch ab

Instant Messaging hat die sozialen Netzwerke überholt: Drei Viertel der Onliner verwenden nun mindestens einmal pro Monat WhatsApp oder ähnliche Dienste. Dies entspricht einem Anstieg von 10 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen bleibt die Nutzung von Facebook und Co. mit 52 Prozent seit zwei Jahren stabil. Instant-Messaging-Dienste werden zudem intensiver frequentiert: Über 90 Prozent der WhatsApp-Nutzer verwenden den Dienst täglich. Die Facebook-Plattform besuchen hingegen nur 57 Prozent der Mitglieder täglich, nur noch 18 Prozent beteiligen sich dabei aktiv durch das Posten eigener Beiträge.

Während jüngere Bevölkerungsgruppen bei der Bewegtbildnutzung über das Internet – wie bei fast allen Online-Anwendungen – deutlich aktiver sind, erfreuen sich Instant-Messaging-Dienste in allen Altersgruppen großer Beliebtheit. Insbesondere die Kommunikation über WhatsApp zeigt eine homogene Altersstruktur: Es ist eine Plattform für jedermann und verbindet auch die Generationen miteinander. Prinzipiell lässt sich in diesem Jahr über alle Altersgruppen hinweg beobachten, dass sich die Kommunikation weg von Social Media und hin zu mehr privater, zielgerichteter Kommunikation bewegt.
 

Diese und weitere Ergebnisse finden sich in der elften Auflage der Forschungsreihe TNS Convergence Monitor, einer Gemeinschaftsstudie von ARD-Werbung SALES & SERVICES, Discovery, Mediengruppe RTL und ZDF.

Die repräsentative Untersuchung bietet einen fundierten Überblick über die Verbreitung konvergenter Techniken für Telekommunikation, Internet und Medien sowie über Einstellungen und Interessen der Konsumenten.

Für den TNS Convergence Monitor 2018 wurden insgesamt 1.535 Personen im Alter von 14 bis 69 Jahren in Deutschland befragt.
Die Befragung ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren in Privathaushalten in Deutschland und wurde in Form von persönlich-mündlichen Interviews (CAPI) im April und Mai 2018 durchgeführt.

Der TNS Convergence Monitor gibt Informationen über die aktuelle und potenzielle Nutzung von Medien- und Telekommunikationsdienstleistungen und vermittelt wichtige Einblicke in Themen und Trends rund um das Thema Konvergenz aus Kundensicht. Schwerpunkte waren u. a. Smart TV, On-Demand-Nutzung von Videoinhalten sowie mobile Internetnutzung / Smartphones.

Ansprechpartner

Sandra Schümann

Sandra Schümann
Forschung & Märkte, Konvergenz

+49 221 456-71087

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