IP Deutschland GmbH
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OFCOM-STUDIE: TV BLEIBT SPITZENREITER IN DER MULTISCREEN-WELT
01.09.2014

Zahlen und Fakten zur konvergenten Mediennutzung aus der britischen Ofcom-Studie „Adults' Use and Attitudes Report 2014“.

Die Ofcom ist die unabhängige Regulierungsbehörde und Wettbewerbsbehörde für die Kommunikationsbranche in Großbritannien. Sie ist dem Parlament unterstellt und regelt alle Bereiche des Rundfunk- und Telekommunikationsmarkts. Finanziert wird sie durch Gebührenzahlungen der Industrie und durch die Regierung. Auch in diesem Jahr veröffentlichte die Ofcom wieder ihren jährlichen „Adults' Media Use and Attitudes Report“ zur Einstellung der Erwachsenen ab 16 Jahren zu den Medien sowie zu ihrer Nutzung. Aufgrund des bereits sehr hohen Verbreitungs- und Nutzungsgrades neuer Screens und Angebote sind die Entwicklungen auf der Insel auch für andere Märkte von Bedeutung.

TV bleibt Spitzenreiter der Mediennutzung

Das Portfolio an Endgeräten in privaten Haushalten wächst ständig weiter. Die Rolle des Fernsehens verändert sich, etwa in Multiscreen-Szenarien, aber seine Beliebtheit bleibt unverändert hoch: Blickt man auf die regelmäßige Mediennutzung, dann führt TV mit 96% bei allen Erwachsenen (16+) die Rangliste an. 75% aller Befragten sagen, dass sie regelmäßig des Internet nutzen, zwei Drittel (66%) Print. Während die Angaben zur TV-, Radio- und Online-Nutzung auf dem Niveau der Vorjahresstudie liegen, verliert Print gleich 5 Prozentpunkte.



Fernsehen bleibt für die meisten unverzichtbar

Fragt man die Briten, welches Medium bzw. Endgerät sie am stärksten vermissen würden, so steht das Fernsehen mit 42% an erster Stelle der Nennungen. Mit deutlichem Abstand folgen das Smartphone (22%) und der PC/Laptop mit Onlinezugang (15%). Das Radio würden nur 7% der Erwachsenen vermissen, Zeitungen und Zeitschriften gerade einmal 2%.

Mobile Mediennutzung wird selbstverständlich

Zählt man alle Zugangswege und Plattformen zusammen, sind heute rund vier von fünf erwachsenen Briten online (83%). Ein starkes Wachstum ist in der Altersgruppe ab 65 Jahren zu verzeichnen: 42% sind zumindest gelegentlich online, das sind 9 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr.



Der Boom bei den mobilen Devices ist ungebrochen, 62% der Erwachsenen verfügen über ein Smartphone (2012: 54%), 30% über ein Tablet (2012: 16%). Besonders beeindruckend ist die Tablet-Entwicklung bei den 65- bis 74-Jährigen: Sie legte von 5% im Jahr 2012 auf 17% im Jahr 2013 zu.


Keine Kannibalisierung der PCs durch Tablets

Der PC bzw. Laptop bleibt die beliebteste Plattform für die Online-Nutzung zu Hause, 78% aller Befragten gehen damit ins Internet (2012: 74%). Das Handy bzw. Smartphone nutzen 59% (53%), das Tablet 30% (16%). Bereits 9% der Briten sehen Online-Inhalte über ihr Smart-TV-Gerät. Besonders stark ausgeprägt ist diese Form der Nutzung in der Gruppe der 45- bis 54-Jährigen (16%).



Zwei Drittel aller befragten Onliner (66%) verfügen über ein aktuelles Social-Media-Profil (2012: 64%), Facebook ist mit 96% dafür die meistgenutzte Plattform. Auf den weiteren Plätzen folgen Twitter mit 29%, YouTube mit 22% und Whats App mit 20%. Hat man selbst ein Profil in einem Netzwerk, nutzt man die Angebote auch sehr oft: 60% der befragten Onliner sind mehrmals am Tag in den sozialen Netzwerken unterwegs. Im durchschnittlichen Social-Media-Profil finden sich übrigens 228 Freunde bzw. Follower.

Internet: Viel Misstrauen und Ruf nach Regulierung


Die Mehrheit (59%) der Internetnutzer ist sich bewusst, dass die von ihnen aufgerufenen Seiten sowohl korrekte als auch falsche Informationen beinhalten können. Immerhin 35% der Briten vertrauen den Inhalten von Social-Network-Seiten, doch die Hälfte (51%) der befragten User sagen, dass sie Bedenken im Umgang mit dem Internet haben. Insgesamt betrachtet sind die User aber sehr zufrieden mit dem Internet. 85% meinen: „Das Internet ist für Leute wie mich.“

Vier Fünftel (78%) der Bevölkerung treten dafür ein, dass das Internet in Bezug darauf, was gezeigt oder geschrieben wird, reguliert werden sollte, 46% glauben, dass dies bereits geschieht. Auch die Anbieter selbst sieht man in der Pflicht: 70% der Briten sind der Meinung, dass YouTube und Facebook ihre Mitglieder besser kontrollieren sollten, um anstößigen Inhalt zu vermeiden.

Fazit: Die Welt ist online und sieht weiterhin sehr gerne fern

Auch in Großbritannien sind die Offliner mittlerweile nur noch eine Minderheit. Trotz immer mehr Möglichkeiten online zu sein und im Web Unterhaltung zu finden, bleibt TV das führende Medium bei der Nutzung und Beliebtheit. Erstaunlich ist die ambivalente Einstellung zum Web: Zwar wird es gerne und viel genutzt, aber nicht selten mit einem leicht unguten Gefühl. Der laute Ruf der Konsumenten nach mehr Regulierung kann gleichzeitig als Votum für mehr professionellen Content im Web verstanden werden.

Zur Original-Studie geht es hier.

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