IP Deutschland GmbH
IP Deutschland GmbH
DAS EINMALEINS DER RICHTIGEN SCHREIBUNG
09.06.2017

In der klassischen Werbung für Produkte in der Kinderzielgruppe sind Texte omnipräsent. Eine Studie von SUPER RTL erforscht wie Textbotschaften an Kinder wirklich gelesen werden und erkennt: Kinder brauchen klare Worte.

Wie gut lesen Kinder? Was bereitet ihnen Schwierigkeiten bei schriftlichen Texten? Und wie adressiert man richtig an sie? In einer mehrstufigen Forschung ist SUPER RTL der Frage nachgegangen, wie gut die Lesefähigkeit von Grundschulkindern im Alter von 6 bis 10 Jahren ist. Die Studie wurde auf der Kinderwelten Fachtagung 2017 erstmals präsentiert.

Das Wissen über die Lesefähigkeiten ist relevant, weil Kinder an vielen Stellen schriftlich angesprochen werden: Von SUPER RTL auf den eigenen Internetseiten, in Marketingmaßnahmen oder on Air in Form von Bauchbinden oder Programmhinweisen. Auch in der klassischen Werbung für Produkte für die Kinderzielgruppe sind Texte omnipräsent.

Kinder erfassen Text anders als Erwachsene

Die wichtigsten Ergebnisse zu Textmengen:

  • Kinder lesen linear, Wort für Wort, und brauchen deutlich länger zum Lesen und Erfassen eines Textes als Erwachsene. Für einen einfachen Satz („Jetzt geht's weiter mit deinen TOGGO Stars bei deinem neuen Sender TOGGO plus") benötigen sie bis zu 30 Sekunden.
  • Kinder der ersten Klasse können nur Teile eines Satzes lesen. An sie kann man nicht schriftlich adressieren.
  • Umfangreichere Texte bereiten Kindern große Probleme und dämpfen die Lesemotivation. Sie sollten gekürzt und in mehrere Abschnitte unterteilt werden. Hilfreich ist auch eine entsprechende Bebilderung.
  • Fettdruck einzelner Wörter im Fließtext ist ein beliebtes Mittel zur Strukturierung von Texten. Was bei Erwachsenen hilfreich sein kann, stellt für Kinder zusätzliche Hürden dar. Fett gedruckte Schrift lässt die Buchstaben zu sehr ineinander fließen und hemmt den Lesefluss der jungen Zielgruppe.

Kinder Texte

  • Texte, die sich an Kinder richten, sollten möglichst kurze, nicht zusammengesetzte Wörter enthalten und eine einfache Satzstruktur aufweisen.
  • Vorsicht auch im Umgang mit Anglizismen und Fremdworten. Das Textverständnis leidet sofort, wenn Kinder die verwendeten Begriffe nicht kennen oder nicht richtig lesen können.

Bei der Gestaltung sollten kindliche Bedürfnisse entscheiden

Die Studie ging noch einen Schritt weiter und betrachtete im Detail den Einfluss von Typografie und Laufweite. Nicht alles, was aus Sicht von Erwachsenen gut gestaltet ist, kommt auch den Bedürfnissen der Kinder entgegen:

  • Eine klare Erkenntnis lautet, sehr vorsichtig im Umfang mit Versalien zu sein. Auch aus anderen Bereichen (z.B. Beschilderung von Straßen oder Autobahnen) weiß man, dass die Erfassung des Textes erschwert wird, wenn ausschließlich Großbuchstaben verwendet werden. Diese sollten maximal in Sätzen mit fünf (kurzen) Wörtern eingesetzt werden – und nur bei Überschriften.

Kinder Grafik

  • Für Kinder sind zudem klare Wortgrenzen wichtig: Zu geringe Abstände zwischen den einzelnen Wörtern erschweren Kindern die Lesbarkeit.
  • Serifenschrift und verschnörkelte Schriftarten, die vielleicht noch auf einem unruhigen Hintergrund stehen, stellen ebenfalls Hindernisse dar.

Fazit: Immer wenn es darum geht, einen Text möglichst schnell und gut lesbar zu gestalten, dann sollte man auf diese Feinheiten achten. Die Lesemotivation von Kindern lässt rapide nach, wenn man sich nicht auf ihre speziellen Kompetenzen einlässt.

Den Webcast und die ausführliche Präsentation finden Sie hier!

Ansprechpartner

Birgit Guth

Birgit Guth
Medienforschung Super RTL

0221 456-51330

E-Mail senden