IP Deutschland GmbH
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WIE VIEL, WARUM UND WAS GENAU?
17.05.2019

Kindern bieten sich heute vielfältige Anlässe zum Medienkonsum. Durch das mobile Internet nutzen sie auch außerhalb des Elternhauses gerne die Möglichkeit, Videos zu schauen, zu spielen oder Nachrichten zu schreiben.

Die Mediennutzung von Kindern im Alter von 3 bis 13 Jahren liegt nach einer Mütterbefragung im März 2019 im Durchschnitt bei 125 Minuten pro Tag. Mit Medien sind dabei neben dem TV-Gerät auch PCs bzw. Laptops, Tablets und Smartphones gemeint. 76 Minuten entfallen auf das TV-Gerät (10 Min. davon nicht-linear), 25 Minuten verbringen Kinder mit dem Smartphone, 16 Minuten entfallen auf den Computer und 8 Minuten auf das Tablet. Dass der Computer immer noch vor dem Tablet liegt, hat auch damit zu tun, dass nicht alle Kinder Zugang zu diesem Gerät haben: Während 58 Prozent von ihnen den PC nutzen dürfen, ist das Tablet nur 36 Prozent der Kinder gestattet (auch wenn 59 Prozent der Familien ein solches Gerät besitzen).

Noch stärker reglementiert wird die Smartphone-Nutzung: Obwohl 98 Prozent der Familien über ein solches Gerät verfügen, ist nur knapp der Hälfte der Kinder (49%) der Zugang erlaubt. 32 Prozent der Kinder besitzen ein eigenes Smartphone – sie erhalten es meist im Alter von 10 bis 11 Jahren mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule. Geräteverfügbarkeit und Reglementierung sind wichtige Rahmenbedingungen für die Mediennutzung von Kindern. Hinzu kommt auch, dass nicht alle Familien über einen schnellen Internetzugang verfügen oder auch räumliche Gegebenheiten dazu führen, dass Kinder in ihrer Medienentscheidung eingeschränkt sind. Bis zum Alter von 10 Jahren steuern Eltern – auf unterschiedliche Weise – den Medienkonsum ihrer Kinder.

Hier konnten wir vier Haltungen identifizieren:

  • "Kinder brauchen gute Begleitung bei der Mediennutzung", sagen 36 Prozent der Eltern – und kuratieren so Inhalte und Zeitbudgets.
  • "Elektronische Medien sind okay, solange die Schulnoten stimmen", meinen 37 Prozent. Sie gehen lockerer mit dem Thema um.
  • "Regeln für die Internetnutzung sind schwer durchzusetzen – Medienerziehung ist anstrengend." Das sehen 15 Prozent so und kapitulieren im Alltag vor dieser Erziehungsaufgabe.
  • "Die Online-Nutzung durch das Kind ist schwer zu kontrollieren – TV als sichere (und schöne) Alternative" – das sagen 12 Prozent und versuchen, ihre (in der Regel noch jüngeren) Kinder noch etwas von Online-Medien fernzuhalten.

Trotz gewisser Einschränkungen steht Kindern heute ein sehr großes Set an Geräten und Plattformen zur Verfügung, das zunehmend genutzt wird. Und sie bauen Mediennutzung vermehrt in ihren Alltag ein. Wir haben Eltern nach Anlässen für Mediennutzung (die hier auch Bücher, Hörbücher oder Zeitschriften mit einschließt) gefragt. Dabei wurde klar, dass je nach Situation andere Geräte und anderer Content genutzt werden. Fast alle Schulkinder nutzen Medien, um mehr über ein Thema zu erfahren (92%), wenn sie mir den Hausaufgaben fertig sind (91%) und bevor sie abends ins Bett gehen (86%). Für die Hälfte der Kinder (51%) sind Medien auch schon morgens beim Aufstehen relevant.

Je nach Anlass werden aber andere Plattformen und Inhalte ausgewählt. Dies hängt damit zusammen, dass Kinder Entwicklungsaufgaben, Grundbedürfnisse und Motive haben, die sie auch durch Medieninhalte bewältigen bzw. bedienen. Am Morgen geht es um Aktivierung und Verlässlichkeit. Hier bewährt sich das lineare Fernsehen, weil sich Eltern bei den Kindersendern sicher sein können, dass die Inhalte für Kinder geeignet sind. So sind sie im morgendlichen Trubel entlastet. Die ausgewählten Inhalte müssen vertraut und selbsterklärend sein und schnell beendet werden können.

Am Abend – bevor das Kind ins Bett geht – herrschen andere psychologische Grundbedingungen. Hier geht es darum, mit den Eltern zusammen Geborgenheit und Gemeinschaft zu erleben. Zusammen mit anderen können sich Kinder auch komplexe Geschichten aneignen und in neue Welten eintauchen. Wenn es zu gruselig wird, ist immer jemand dabei. Meist genutztes Medium für die Kuschelzeit am Abend ist das Buch – auch Schulkindern wird noch vorgelesen. Aber auch das lineare Fernsehen hat hier einen wichtigen Stellenwert, gefolgt von Hörbüchern und Bewegtbild auf YouTube. Anders sieht es aus, wenn Schulkinder Besuch von Freunden haben. Dann werden Computerspiele gespielt oder Spiele-Apps auf Mobilgeräten genutzt. Hier geht es um Wettkampf, Eskapismus und Spaß.

Für SUPER RTL als Anbieter von Produkten und Inhalten ist es wichtig, genau zu verstehen, zu welchen Zeiten Kinder warum welches Medium und welchen Content nutzen. So können wir uns auf allen Plattformen auf die Bedürfnisse der Zielgruppe einstellen und – zum Beispiel mit Profileinstellungen in den Video-Apps – die Medienerziehung der Eltern unterstützen. Ganz individuell, je nach elterlicher Haltung. Aber auch für die kommunikative Ansprache von Eltern und Kindern sowie die Mediaplanung ist es wichtig, die psychologischen und situativen Rahmenbedingungen zu kennen, um die Zielgruppe gut zu erreichen und adäquat anzusprechen.

Quelle: iconkids & youth, Insights & Analytics SUPER RTL, Busbefragung März 2019, Face-to-Face / Basis 2019: n=1.230 Mütter von Kindern 3–13 Jahre, deren Kind das jeweilige Gerät nutzt (TV: n=1.191; PC: n=709; Smartphone: n=599; Tablet: n=440) / Frage: "Und wie viel Zeit verbringt Ihr Kind durchschnittlich pro Tag mit dem jeweiligen Gerät?" (gestützt, berechneter Tagesschnitt, Hochrechnung auf alle)

Titel aktualisiert Größe Format
Kinderwelten 2019 - Einblick in kindliche Medien-und Ger├Ątenutzung 16.05.2019 2.712 KB PDF

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Birgit Guth

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