IP Deutschland GmbH
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DIE CORONA-PANDEMIE UND IHR EINFLUSS AUF UNSEREN ALLTAG – TEIL 2
22.04.2020

Die zweite online-repräsentative Studie der Ad Alliance zeigt die Entwicklungen im Freizeit-, Mediennutzungs- und Konsumverhalten der Deutschen einen Monat nach Einsetzen der verschärften Maßnahmen.

Der Corona-Virus hat sich in Deutschland enorm verbreitet und seit dem 13. März 2020 zu verschärften Maßnahmen wie Schulschließungen oder der Reduzierung sozialer Kontakte geführt. Die Ad Alliance hatte bereits eine Woche nach dem Start der Maßnahmen die Veränderungen im Konsumverhalten der Deutschen ermittelt. Nun wurde die Befragung in erweiterter Form erneut durchgeführt.

Wie die zweite Studie zeigt, hat die deutsche Bevölkerung gelernt, mit der Krise umzugehen. Doch die Sehnsucht nach einer Lockerung der Maßnahmen und den damit einhergehenden Freiheiten und alten Konsummöglichkeiten ist sehr groß. Man schmiedet schon Pläne für diese Zeit: So freuen sich 82 Prozent der Befragten darauf, wieder ihre Familien und Freunde zu treffen, gleich danach folgt der Besuch von Restaurants, Cafés und Bars (70%) und das Bummeln und Einkaufen in Geschäften vor Ort (55%). Auch Reisen sind für dieses Jahr noch nicht ad acta gelegt: 41 Prozent der Bevölkerung würden sicher noch in diesem Jahr verreisen, sofern dies möglich ist, weitere 40 Prozent sind noch unsicher. Nur knapp ein Fünftel (19%) schließt eine Urlaubsreise in diesem Jahr aus.

Zunehmende Sicherheit im Umgang mit der Krise  

Die aufgrund der Corona-Pandemie erfolgten Veränderungen bezüglich des Arbeitsplatzes bleiben auch einen Monat nach Start der Einschränkungen bestehen: Weiterhin arbeiten 40 Prozent der Berufstätigen entweder im Home-Office oder gar nicht mehr. Man hält sich nach wie vor an die Sicherheitsmaßnahmen und meidet soziale Kontakte. Die Planungssicherheit nimmt jedoch leicht zu – man ist mehr als zu Beginn der Einschränkungen Herr der Lage und weiß nun besser, mit der neuen Situation umzugehen und unter den gegebenen Umständen zu agieren. 

Dass man etwas Oberhand in dieser schwierigen Zeit gewonnen hat, zeigt sich auch anhand der kritischeren Einstellung zur Vertrauenswürdigkeit von Informationen zur Corona-Krise und ihren Folgen. So geben im Vergleich zu Beginn der Einschränkungen anstatt 45 Prozent nun 53 Prozent an (+18%), dass es schwieriger geworden sei, vertrauenswürdige Informationen zu erhalten. Die Menschen erkennen zunehmend, dass es auch Desinformation gibt. Vertrauensvolle Medien werden daher besonders geschätzt. Das (auf hohem Niveau) leicht nachlassende Interesse an den Themen Politik und Wirtschaft zeigt, dass das Corona-Thema seinen absoluten Peak bereits hatte und die Bevölkerung nun langsam beginnt, sich auch wieder verstärkt anderen Themen zu widmen. 

Die Freizeit-Aktivitäten nehmen weiter an Fahrt auf, aber auch E-Learning legt zu

Viele der Freizeit-Aktivitäten, denen sich die Deutschen zu Beginn der Einschränkungen besonders zugewandt hatten, werden auch weiterhin fortgeführt. Allerdings lockt das schöne Wetter vermehrt nach draußen. Die Aktivitäten spiegeln das Wechselspiel zwischen dem Wunsch nach Normalität und der Suche nach Abwechslung wider. Zu den Top 3 gehören aktuell: Ausmisten (+49%), Telefonieren (+46%) und Medien nutzen (+45%). Am meisten zugenommen haben im Vergleich zu Beginn der Einschränkungen die Teilnahme an Online-Seminaren (+16 Prozentpunkte), draußen im Wald/in der Natur sein (+10 Prozentpunkte), Sport treiben (+9% Prozentpunkte), Gartenarbeit (+9% Prozentpunkte) und Kochen (+8 Prozentpunkte). Auch verbringen die Deutschen mehr Zeit mit ihren Kindern (+ 6 Prozentpunkte) oder nutzen mehr Computer-/Video-/App-Spiele (+ 6% Prozentpunkte). Bei den Kindern zeigen sich ähnliche Veränderungen im Freizeit-Verhalten.  

Die Mediennutzung bleibt auf hohem Niveau

Im Vergleich zu Mitte März nutzt man das klassische TV noch intensiver, um tiefergehende (Hintergrund-) Informationen zur Corona-Krise zu erhalten. Daneben erfüllt das klassische Fernsehen aber auch noch stärker die Funktion, Normalität zu erleben und Gewohnheiten zu pflegen, sich zu entspannen und abzuschalten. 

Größter Gewinner der Corona-Krise sind Streaming-Angebote wie TVNOW: Sie legen weiter zu und gewinnen mehr Abonnenten. Ein weiterhin erhöhtes Niveau sieht man auch bei Zeitschriften, sowohl bei der Nutzung als auch bei den abgeschlossenen Abos. Bei allen anderen Medien bleibt es im Wesentlichen bei der Mehrnutzung, die sich bereits zu Beginn der Pandemie abzeichnete.

Stärkere Präsenz von Werbung

Ein interessantes Phänomen ist die erheblich stärkere Wahrnehmung von Werbung seit Beginn der Einschränkungen. Sie steigt im Vergleich zu Mitte März über alle Branchen hinweg um 33 Prozent an. Insbesondere Spots aus den Branchen Handel, Lebensmittel und Telekommunikation gewinnen an Awareness. Hier wirkt sich der reduzierte Ad Clutter über alle Medienkanäle hinweg aus: Weil manche Marken ihre Präsenz in Krisenzeiten verringern, profitieren Unternehmen, die weiterhin werben, von einem größeren Share-of-Voice. 

Womöglich spielt aber auch ein anderer Effekt mit hinein: Viele der Produkte, die in der Werbung beworben werden, stehen für alte Konsumgewohnheiten und schaffen damit eine Verknüpfung zur Normalität, nach der sich derzeit jeder sehnt. Andere Unternehmen wiederum nutzen souverän die Krise als Kommunikationsanlass, und gewinnen damit Sympathien, wie der Artikel "Verantwortungsbewusste Werbung zeigt positive Wirkung" eindrucksvoll zeigt. 

Es wird nach wie vor konsumiert – doch die Vorfreude, nach der Lockerung aus dem Vollen zu schöpfen, ist groß

Trotz der Schließung vieler Läden konsumieren die Deutschen weiterhin gerne. So kaufen sie nach wie vor Produkte des täglichen Bedarfs, aber auch viele andere Waren ein. Käufe von haltbaren Lebensmitteln und Fertiggerichten sind etwas zurückgegangen - man hat die Vorräte aufgefüllt und auch verstanden, dass die Grundversorgung weiterhin bestehen bleibt. Zugenommen hat dagegen der Kauf von Heimwerker- und Renovierungsprodukten, um die eigenen vier Wände zu verschönern. Büro-Artikel werden vermehrt gekauft, um das Home-Office optimal auszustatten. Auch Spielwaren sind nun auf der Einkaufsliste weit oben. 

Knapp zwei Drittel der Befragten möchten weiterhin etwas zu Anlässen wie Ostern, Mutter- und Vatertag verschenken. Die einschränkenden Maßnahmen haben allerdings dazu geführt, solche Einkäufe zunehmend auf das Internet zu verlagern – 35 Prozent kaufen häufiger online ein als zu Beginn der Einschränkungen Mitte März. Im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie sind es sogar mittlerweile 66 Prozent, die nun häufiger über das Internet einkaufen. Doch für die Mehrheit der Deutschen ist das nur eine Zwischenlösung - sie freuen sich, nach den Lockerungen wieder in Geschäften zu bummeln und einzukaufen und wieder alte Gewohnheiten pflegen zu können. 

Fazit:

Die deutsche Bevölkerung hat zwar gelernt, mit der Krise und den daraus resultierenden Veränderungen umzugehen, doch man sehnt sich nach dem uneingeschränkten Konsum vor Ort und alten Gewohnheiten. Werbung und die darin beworbenen Produkte stehen symbolisch für diese alten Gewohnheiten, gewinnen an Bedeutung und werden intensiver wahrgenommen.

 

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Einfluss von Corona auf den Alltag - Teil 2 22.04.2020 2.838 KB PDF

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