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EU-REKORD: SO VIEL TV-KONSUM WIE NOCH NIE
Cover Television Key Facts 2012
03.07.2012

IP Network veröffentlicht 19. „Television – International Key Facts“.

Wachsender Zuschauer- und Werbemarkt

In der EU wird kräftig ferngesehen: Mit 230 täglichen Fernsehminuten konnte der Rekordwert des Jahres 2010 um zwei Minuten übertroffen werden. Damit lag die durchschnittliche Sehdauer in der EU über der weltweiten Sehdauer von 196 Minuten, die von Médiamétrie ermittelt wird. Die tägliche Sehdauer stieg innerhalb eines Jahres in zwölf von 26 EU-Ländern: Die größten Zuwächse verzeichneten Frankreich (+15 min / 227 min), Irland (+13 min / 205 min), Tschechien (+9 min / 197 min) und Portugal (+9 min / 219 min). Mit 286 Minuten täglicher Fernsehzeit erreichten die Ungarn den Höchstwert. Es folgten Griechenland mit 268 Minuten und Rumänien mit 257 Minuten. Deutschland verbesserte sich mit 225 Minuten um zwei Minuten im Vergleich zum Vorjahr. Weltweit landeten die Serben (308 min) vor den USA (290 min) und den Mazedoniern (288 min). Die steigenden Zuschauerzahlen ließen auch die TV-Werbeausgaben ansteigen und stärkten das Fernsehen als wichtigstes Medium für die Werbungtreibenden. In der EU erhöhten sich die TV-Werbeausgaben um ein Prozent.

Neue Geräte und besserer Empfang

Nahezu jeder EU-Haushalt (97,4 %) verfügte 2011 über einen Fernseher; in mehr als jedem zweiten (61,2 %) befand sich mindestens ein zusätzliches Gerät. In 69,2 Prozent der EU-Haushalte findet man inzwischen Flachbildschirme (+14,6 Prozentpunkte). 62,5 Prozent der EU-Zuschauer konnten ihre Fernsehbilder im vergangenen Jahr in HD-Qualität genießen (+17 Prozentpunkte). Erstmals tauchte Connected-TV, der internetfähige Fernseher, in der Gerätestatistik auf: 9,9 Prozent der Haushalte waren Early Adopter. Die Vorreiter der modernen TV-Technik sind die Luxemburger (81 % HDTV / 16,7 % Connected-TV), Norweger (80,3 % HDTV / 18,7 % Connected-TV) und Dänen (76,8 % HDTV / 17 % Connected-TV). Das Fernsehgerät befindet sich in guter Gesellschaft: Die Verbreitung von DVD-Playern lag 2011 bei 77,9 Prozent, die von Digital-Video-Rekordern bei 23,3 Prozent und von Blu-Ray-Playern bei 8,2 Prozent.
Deutschland lag bei der Geräteausstattung im Mittelfeld mit 68,1 Prozent Flachbildschirmgeräten, 61,4 Prozent HD-Geräten, 11,6 Prozent internetfähigen Fernsehern, 72,9 Prozent DVD-Playern, 21,2 Prozent DVRs und 8,3 Prozent Blu-Ray-Playern.

Unabhängig vom Verbreitungsweg konnten 81,3 Prozent der EU-Europäer 2011 digitales Fernsehen schauen. In 10 der 26 betrachteten EU-Länder wurden noch analoge Signale verbreitet. 2013 steht die Umstellung in Mazedonien, Polen und Island bevor.

Kein Ende der Show-Erfolge

In den weltweiten Hitlisten tauchten auch 2011 die Unterhaltungsshows wieder ganz oben auf: Die länderspezifischen Adaptionen von „Got Talent“ („Das Supertalent“), „Dancing with the Stars“ („Let’s Dance“), „The X Factor” und „Idols“ („Deutschland sucht den Superstar“) konnten wieder in vielen Ländern ihre Fangemeinde fesseln. Mit „The Voice“ gibt es einen Neueinsteiger in die Reihe der global laufenden Erfolgsshows. Auf dem Serienmarkt dominierten 2011 „CSI“, „Grey’s Anatomy“, „The Mentalist“, „Desperate Housewives“ und „House M.D.“. Mit 111 Millionen Zuschauern war der „Super Bowl“ 2011 die meistgesehene Sendung in den beobachteten Märkten.

Neue Leistungsforschung

Veränderungen im Fernsehverhalten durch neue TV-Nutzungsformen und wachsende Programmvielfalt stellen die Messung vor neue Herausforderungen. Eine Anpassung der langjährigen Messmethoden wird notwendig, um die neuen Sender und die neuen Sehgewohnheiten wie zeitversetzte-, Außerhaus-, Mobile- oder Online-Nutzung von Fernsehinhalten adäquat abzubilden. Die zeitversetzte- und Außerhausnutzung wird bereits in einigen europäischen Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden, Holland, Italien, Rumänien und Polen in den dortigen Messsystemen erfasst. Die nächste Weiterentwicklung ist die Messung von Bewegtbild auf Fernseher, PC, Smartphone und Tablet. In vielen Ländern werden derzeit Panels aufgebaut und zusätzliche Konvergenzwährungen eingeführt. Die deutsche AGF will mit einem solchen Modell bereits 2013 in den Regelbetrieb gehen.

Die Messsysteme der Zukunft werden schneller und umfassender: Für die Messung der neuen Kanäle wird in einigen Ländern bereits das Return Path Data-Verfahren genutzt, das die Zuschauerdaten direkt aus den Set Top Boxen gewinnt. In Frankreich wurden kürzlich Messmethoden vorgestellt, die Nutzungsdaten in Echtzeit zur Verfügung stellen. Mit diesen methodischen Neuerungen und Weiterentwicklungen werden sich die Werte dem tatsächlichen Fernsehkonsum immer weiter nähern und exaktere Sehdauern abbilden.

Publikation Television Key Facts

Die jährliche Reihe „Television – International Key Facts“ wird von IP Network herausgegeben. Die Studie analysiert Zahlen des Vorjahres aus inzwischen 309 Millionen europäischen Haushalten in 35 Ländern sowie den USA und Japan. Die Daten werden über Eurodata TV, eine Tochter der Médiamétrie, bezogen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter www.ip-network.com/tvkeyfacts. Der Studienband kann direkt bei waltraut.scherbaum@ip.de bestellt werden, buchende Kunden erhalten die „Television – International Key Facts“ kostenlos.

Quelle: Eurodata TV/Médiamétrie; Screen Digest; Lokale Institute
Die Werte basieren auf dem jeweiligen Gesamtpublikum des Landes