POLITIKER MÜSSEN HARTE, PROVOKANTE FRAGEN AUSHALTEN
06.06.2017

Mit seiner bewusst provokativen Art, seinem Gegenüber Antworten zu entlocken, kommt Louis Klamroth an – vor allem bei der Männerzielgruppe. Im FOURSCREEN Interview verrät der 27-jährige Journalist, wie sein Interesse an Politik geweckt wurde, was seinen Talk so anders macht und warum sich jetzt jeder aufraffen sollte.

Seit November 2016 präsentiert n-tv seinen kontroversen Polittalk "Klamroths Konter", der als Multiplattform-Format nicht nur online und mobil sowie in den n-tv Apps abrufbar ist, sondern – ganz im Sinne von Web first – bereits vor Ausstrahlung im TV bei n-tv.de angeschaut werden kann.

Das Prinzip der Sendung: In 20 Minuten fühlt Louis Klamroth – seines Zeichens der jüngste Talkmaster Deutschlands – jeweils einem Gast aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft kritisch auf den Zahn. Dabei stellt er Fragen, viele Fragen: ernst gemeinte, aber auch unbequeme Fragen, die sein Gegenüber herausfordern oder sogar aus der Fassung bringen – und die manchmal sogar ein bisschen albern sind.

Politiktalk mit Charme: das kommt an

Der Talk ist vor allem beim männlichen Publikum beliebt. So ist die Eigenproduktion nach drei Pilotfolgen in Serie gegangen und ab sofort einmal im Monat – im TV immer dienstags um 23.30 Uhr – zu sehen. Die nächste Folge von "Klamroths Konter" ist für den 20. Juni geplant.

Vier Politiker talkten bislang mit Klamroth: Jens Spahn (CDU), Dietmar Bartsch (Die Linke), Christian Lindner (FDP) und André Poggenburg (AfD). Die jüngste Folge am 23. Mai erzielte bei den Männern 14–59 Jahre einen Marktanteil von 1,7 Prozent. Die Sendung mit Gast André Poggenburg hat diese Männerzielgruppe überproportional erreicht (Affinitätsindex: 149). Auf ein besonders großes Interesse stieß der Talk darüber hinaus bei den Männern zwischen 30 und 49 Jahren: Hier wurde ein Marktanteil von 2,9 Prozent erreicht – der Affinitätsindex lag bei 271.*

Doch Louis Klamroth überzeugt nicht nur die Zuschauer, auch die Presse lobt den jungen Talkmaster. So sagte die FAZ erst kürzlich über ihn: "Dieser Junge hat ganz schön Format."

Und was sagt Klamroth?

FOURSCREEN: Was reizt Sie an der politischen Debatte?
LOUIS KLAMROTH: Ich bin ganz früh politisiert worden. Meine Eltern haben mich auf Demonstrationen mitgenommen und mir immer klar gemacht: Wenn man etwas verändern will, man unzufrieden ist mit der eigenen oder der gesellschaftlichen Situation, dann muss man selber etwas machen. Deswegen bin ich, seit ich denken kann, interessiert an politischen Debatten.

›Politiker müssen harte, provokante Fragen aushalten und auch beantworten.‹

Sie zeichnen sich vor allem durch unbequeme Fragen aus: Sie haben z. B. Jens Spahn gefragt, ob er beim Eintritt in die CDU bekifft gewesen sei. Kostet Sie so etwas Überwindung?
Nein. Ich habe enormen Respekt vor den Gesprächspartnern, die ich in der Sendung habe. Nicht nur, weil die super geschult sind in dem, was sie tun – sie sind rhetorisch 1a –, sondern auch einfach, weil ich glaube, dass bei so einem Gespräch eine gehörige Portion Respekt auf beiden Seiten dazugehört. Die Gesprächspartner, die ich habe oder bisher hatte, waren vom Volk gewählte Politiker. Und ich glaube, die müssen harte, provokante Fragen aushalten und auch beantworten. Das ist ja auch mein Ziel, meine Gesprächspartner rauszuholen aus diesem immer gleichen Phrasendreschen, immer gleichen Wahlprogrammabspulen – und mal versuchen, dazwischenzukommen und zu sagen: Ja, haben wir alles gehört, brauch ich nicht nochmal hören, mir geht’s jetzt um etwas anderes.

›Das ist ja auch mein Ziel, meine Gesprächspartner rauszuholen aus diesem immer gleichen Phrasendreschen, immer gleichen Wahlprogrammabspulen.‹

Wie sehen Sie die derzeitige Lage hier und in den Nachbarländern?
Es ist schon bisschen erschreckend, was gerade passiert. Deswegen ist es auch spannend in dieser Zeit, eine solche Sendung zu machen. Weil man mit Leuten, die an entscheidenden Positionen sitzen, darüber sprechen kann. Ob das jetzt die Flüchtlingskrise oder Rechtspopulismus ist, das sind alles spannende Themen, und die gilt es zu diskutieren. Aber mal ganz abgesehen von der Sendung ist es einfach so, dass wir uns irgendwie aufraffen müssen und sagen müssen: Leute, es gibt ein paar Entwicklungen, die gehen nicht, und da müssen wir etwas tun. Da muss sich jeder Einzelne einmal an die Nase packen und fragen: Tue ich genug oder sitze ich nur zu Hause und klicke vielleicht einmal auf Facebook irgendein Like bei irgendeinem Kommentar? Das reicht nicht.

›Ob das jetzt die Flüchtlingskrise oder Rechtspopulismus ist, das sind alles spannende Themen, und die gilt es zu diskutieren.‹

*Quelle: AGF/GfK, TV Scope 6.1, MG RTL D, Basis: deutschsprachige Bevölkerung, 23.05.2017, Di., "Klamroths Konter", MA in %, Affinität vs. TV Gesamt, M 14–59, M 30–49, 01.06.2017

Sendung verpasst? Alle kompletten Folgen von "Klamroths Konter" können HIER angeschaut werden.

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