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27.08.2018

Die Mediengruppe RTL Deutschland weitet ihren Eigenproduktionsanteil aus. So gab es bereits Koproduktionen in der seriellen Fiction – und nun geht man mit Kino-Koproduktionen noch einen Schritt weiter: auf die große Leinwand.

FOURSCREEN hat mit den Fiction-Leitern Philipp Steffens von RTL und Hauke Bartel von VOX über das neue Geschäftsmodell der Kinoproduktionen in Zusammenarbeit mit Universum Film gesprochen.

FOURSCREEN: Die Fiction-Offensive von RTL, die sich bislang vor allem auf den Serienbereich erstreckte, wird nun auch auf den Kinofilm ausgeweitet. Was sind die Hintergründe? 

PHILIPP STEFFENS: "Wir haben innerhalb der Mediengruppe RTL mit Universum Film einen starken Kinopartner. Und wir wollen unseren Austausch nun intensivieren, um auf allen Ebenen eine Heimat bzw. ein Hafen für Kreative wie Autoren, Regisseure, Produzenten und auch Schauspieler zu sein. Sie alle sollen mit ihren Ideen zu uns kommen, wenn sie ein großes Publikum bei RTL oder VOX ansprechen oder eben einen Kinofilm machen wollen. Diese Möglichkeit kann sonst keine andere Sendergruppe den Kreativen bieten."

Wenn die Voraussetzungen innerhalb der Mediengruppe RTL so ideal sind, woran lag es dann, dass die Kinoaktivitäten so lange brach lagen? Es wirkt so, als wäre erst mit dem Prequel zur VOX-Serie "Club der roten Bänder" der Startschuss gefallen.

PHILIPP STEFFENS: "Ideen müssen manchmal erst reifen, bevor man damit auch an die Öffentlichkeit geht. Das Prequel zur VOX-Serie "Club der roten Bänder" zum Start ist ein deutliches Signal an die Branche. So ein Unterfangen funktioniert nicht von heute auf morgen. Wir haben einiges im Köcher, wollen aber noch keine Titel nennen. Allein die Drehbuchentwicklung dauert zwei Jahre. Auch die Finanzierung und das Casting nehmen Zeit in Anspruch. Wir wollen Filme machen, die richtig gut funktionieren. Im Kino und später bei einem Sender der Mediengruppe. Da ist Geduld erforderlich."

Bartel und Steffens

HAUKE BARTEL: "Für VOX ist "Club der roten Bänder – Der Film" natürlich etwas ganz Besonderes. Der "Club" war ja unsere erste eigenproduzierte Fiction-Serie. Eine Koproduktion eines Kinofilms hätten wir vor zwei, drei Jahren von daher vermutlich selber nicht vorausgesagt. Für uns war klar, dass wir diese besondere Geschichte und damit auch die Serie bei VOX mit der dritten Staffel enden lassen wollen. Und bei einer Geschichte mit diesem Hintergrund und dieser emotionalen Bedeutung war allen Beteiligten klar, dass es nicht darum gehen kann, die Marke als Selbstzweck ins Kino zu verlängern. Aber als die Autoren Jan Martin Scharf und Arne Nolting dann mit der Idee eines Prequels zu uns kamen, sind wir neugierig geworden. Und nach zahlreichen Gesprächen mit der Produktionsfirma Bantry Bay und natürlich auch mit Albert Espinosa – auf dessen Erlebnissen die Serie ja beruht – war uns klar, dass wir hier noch mal eine große Geschichte haben, die es verdient hat, auf der großen Leinwand erzählt zu werden. Diese geistige Flexibilität, innerhalb der Mediengruppe immer neu entscheiden zu können, was die perfekte Herangehensweise für welche Geschichte ist, ist natürlich toll."

Gibt es besondere Gründe dafür, warum große Kinofilme gerade jetzt für die Sender im Verbund attraktiv sind?

HAUKE BARTEL: "Ich denke, wir erleben gerade eine Zeit, in der explizit auch in Deutschland großartige Geschichten erzählt werden und der Hunger des Publikums nach originellen Stoffen ungebrochen ist. Wir bei VOX erzählen diese Geschichten natürlich in der Regel als Serie. Aber natürlich landen auch immer wieder Geschichten auf unserem Tisch, die sich eher für die große Leinwand eignen – wie auch das Prequel von "Club der roten Bänder". Mit der Universum gemeinsam können und wollen wir uns so auch in Zukunft die Chance offenhalten, diese besonderen deutschen Geschichten auf Kinoniveau zu erzählen."

Herr Steffens, gilt das für RTL genauso, dass Kinofilm dort eine größere Rolle spielen soll?

PHILIPP STEFFENS: "Größere Filme haben in der Vergangenheit immer schon in Form von Eventmovies bei RTL erfolgreich stattgefunden. Diese haben wir in den letzten Jahren aus inhaltlichen Gründen zurückgefahren. Zudem konzentrierten sich die Stoffeinreichungen vielmehr auf Serie und Eventserie. Bei dieser neuen Herangehensweise und weiterführenden Kooperation ist uns wichtig, dass wir uns nicht mehr von vorneherein darauf festlegen wollen, ob ein Stoff ein Event- oder ein Kinofilm ist. Seit 2015 verlängern wir sukzessive unsere Output-Deals nicht mehr. Entsprechend stehen wir mehr und mehr auf eigenen Beinen. Da ist es umso richtiger, mit Universum gemeinsam an nationalen Koproduktionen zu arbeiten, die dann in die Verwertungskette der Mediengruppe gelangen." 

Erfolgreiches Kino hat in Deutschland auch mit großen Namen, mit Stars zu tun. Einige sind beispielsweise an Warner oder an Constantin gebunden. Ist es auch eine Idee, Talent an die Mediengruppe zu binden?

PHILIPP STEFFENS: "Es geht um den Aufbau von Talenten. Das beste Beispiel ist "Club der roten Bänder" mit seinen jungen Schauspielern, die man dort entdeckt hat. Wir haben eine gesunde Infrastruktur in der Gruppe und bieten Möglichkeiten, Karrieren weiter bis ins Kino auszubauen. Wir schauen genau, welche Talente den Wunsch haben, auch fürs Kino zu arbeiten. Es ist eine zusätzliche Chance für diejenigen, die wir gerade mit all unseren Eigenproduktionen aufbauen."

Quelle: in Anlehnung an das "Blickpunkt:Film"-Interview (Juni 2018)

Ansprechpartner

Birte Heemeyer

Birte Heemeyer
B2B Marketing RTL, VOX, RTLplus & NOW US

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