IP Deutschland GmbH
IP Deutschland GmbH
ULTRASCHARF IN DIE ZUKUNFT
06.02.2018

Hochauflösende HD-Qualität ist heute der etablierte Standard – sowohl bei der TVProduktion als auch bei der TV-Rezeption in Deutschlands Wohnzimmern. Jetzt aber wird es noch weit schärfer und brillanter – mit Ultra High Definition (UHD) und High Dynamic Range (HDR): Technologien, die anspruchsvollen Zuschauern ein neues Fernseherlebnis wirklich kinoreifen Ausmaßes versprechen. Doch ist der Markt schon reif für diesen Fortschritt?

Technik-Revolution im Wohnzimmer

Der noch aus der Fernsehröhrenzeit stammende SD-Standard ist längst veraltet. Mittlerweile sind in die allermeisten deutschen Haushalte HD-Fernseher eingezogen, die ihr Potenzial bei entsprechend hochauflösend produzierten Inhalten entfalten. HD hat sich folglich über die letzten Jahre auch bei der TV-Produktion als Standard durchgesetzt. Das Ergebnis überzeugt, denn HD liefert wirklich gute Ergebnisse und wird qualitativ den hohen Ansprüchen von Machern und Zuschauern gleichermaßen gerecht. Kein Wunder also, dass auch bei den Screens der Trend zu immer größeren Bilddiagonalen geht, die das schärfere Bild eindrucksvoll zur Geltung bringen.

UHD

UHD macht es vierfach besser

Was jetzt auf den Markt kommt, folgt dem Trend zu immer größeren Screens nicht nur, es verstärkt ihn noch. Denn es übertrifft in Sachen Bildqualität und Erlebnisintensität alles bisher Bekannte: Ultrahochauflösendes Fernsehen, kurz UHD, ist ein neues digitales HD-Format, das mit sage und schreibe 3.840 mal 2.160 Bildpunkten (px) die Auflösung von HD gleich um das Vierfache übertrifft.

Auflösungen SD HD UHD

Die höhere Bildschirmauflösung unterstützt den Trends entsprechend immer größere Screens (Tendenz bei der Bilddiagonalen: pro Jahr 1 Zoll mehr) und bringt so viermal mehr Bildpunkte unter als HD. Das bedeutet, dass UHD verglichen mit den bislang üblichen Standards eine wirklich verblüffende, erheblich schärfere und detailgenauere Bilddarstellung ermöglicht. Diese hohe Auflösung – gepaart mit einer großen Bildschirmgröße – erzeugt beim Konsumenten einen neuen Reiz und ein immersives Fernseherlebnis.

UHD Pixel-Vegleich
UHD macht Eindruck: viermal schärfer als Full HD – für viel mehr Details

UHD mit HDR

Zeit für mehr Farbe

1990, zum Start von HD, wurde international ein Standard unter der Bezeichnung BT.709 vereinbart, der u. a. den Farbraum definiert, der bis heute für TV-Übertragungen, -Filme und -Serien gilt. Dieser Farbraum deckt aber nur etwa 36 Prozent des für das menschliche Auge sichtbaren Farbspektrums ab. UHD wird künftig den erweiterten Farbraum nach BT.2020 nutzen, der das verfügbare Spektrum mehr als verdoppelt – auf 76 Prozent aller sichtbaren Farbnuancen. Das Resultat ist eine drastisch verbesserte
Darstellung mit mehr Farbtiefe, Farbsättigung und helleren Lichtreflexen – für noch mehr Brillanz und Natürlichkeit.

HDR Farbraum  HDR BU

HDR - für Hochkontrast und größeren Farbraum

Damit UHD sein volles Potenzial ausschöpfen kann, reicht es nicht, sich mit der höheren Pixelzahl zu begnügen. Bei der UHDStandardisierung wurden noch weitere Bildverbesserungen eingeführt: Während die ersten UHD-fähigen TV-Geräte allein mit höherer Auflösung aufwarteten, wurde der UHD-Standard 2016 um HDR (High Dynamik Range) erweitert, wodurch Kontrastumfang und Farbraum sich signifikant erweiterten. Verglichen mit den Möglichkeiten von SD und HD erschließt HDR der Bildgestaltung ganz neue Perspektiven – und erlaubt eine Darstellung in bislang unerreicht originalgetreuer Detailtiefe. Der erweiterte Kontrastumfang wird dadurch erreicht, das jedes einzelne Bild mit mehr Hell-Dunkel-Abstufungen, also mit mehr und feineren Konturen aufgezeichnet und wiedergegeben wird. Deshalb können UHD-TV-Geräte mit HDR u. a. auch Hintergrunddetails, die zuvor in der Dunkelheit untergingen oder schlicht in der Schwärze verschwanden, in neuer, verblüffend natürlicher Qualität wiedergeben. Der erweiterte Farbraum erlaubt es zudem, dass zuvor nicht oder kaum darstellbare Farben wie Gold oder Cyan erstmals in ihrem natürlichen Aussehen auf dem TV-Screen erstrahlen.

Aktuell bei MG RTL

Thomas Harscheidt Zitat

Der Markt ist da

Für alle, die ein besonders intensives TV-Erlebnis suchen, bietet UHD wunderbare Perspektiven. Doch wie weit ist der Markt? Sind die neuen UHD-Geräte schon ausreichend verbreitet – und stimmen die Grundvoraussetzungen für den Konsum von UHD-Content bereits? Ein Blick zurück zeigt, dass es etwa 15 Jahre brauchte, um HD nach der Einführung zum überall etablierten Standard zu machen. Das ist ein Zeitraum, den neue Technologien angesichts des rasanten technischen Fortschritts heute kaum noch haben, wollen sie nicht Gefahr laufen, schon vor ihrer Etablierung von der nächsten Innovation überholt zu werden. Doch UHD ist bereits jetzt dynamisch auf dem Vormarsch: Ende 2017 standen bereits 5,6 Millionen UHD-Fernseher in deutschen Wohnzimmern – das sind rund 10 Prozent aller TV-Geräte in deutschen Haushalten. Und was HDR betrifft, sind die Perspektiven ebenfalls ermutigend: Laut GfK waren knapp 80 Prozent aller im ersten Halbjahr 2017 gekauften UHD-Fernseher auch mit HDR ausgestattet.

Der Content kommt

Und wie steht es mit UHD-Content? Um die neuen Möglichkeiten ihres TV-Gerätes wirklich auszuschöpfen, brauchen UHD-Besitzer derzeit schnelles Internet. Es gibt heute schon einige Anbieter, die online UHD-Inhalte streamen – allen voran Amazon und Netflix. Was die Verbreitung von TV-Produktionen auf dem linearen Weg betrifft, ist der Markt noch in der Entwicklungsphase. Zwar gibt es erste kommerzielle UHD-Angebote von Sky, doch die meisten linearen UHD-Inhalte – etwa auf Astra und Eutelsat – bestehen derzeit noch aus Demokanälen. Sicher aber ist: Viele Sender und alle relevanten Plattformen gehen das Thema UHD mit hoher Dynamik an.

Die Mediengruppe ist bereit

Mit dem Thema UHD beschäftigt sich die Mediengruppe RTL Deutschland schon seit Jahren. So wurden z. B. schon 2016 einige „NITRO Autoquartett“-Folgen in UHD realisiert. Die neue RTL Serie „Sankt Maik“ geht jetzt den nächsten Schritt und wird als erste deutschen Free-TV-Serie komplett in UHD mit HDR produziert. Mit dem Start der ersten „Sankt Maik“-Staffel werden alle zehn Episoden in dieser exzellenten Bildqualität für Zuschauer verfügbar: Sowohl bei TV NOW als auch linear via Satellit über UHD1 by HD+.

Die weiteren Aussichten

Brillante Perspektiven für Werber

RTL plant, sein Sendezentrum über die kommenden Jahre hinweg vollständig auf UHD-Technik umzustellen. Für Markenverantwortliche ist schon jetzt, da die Sender sich technisch umstellen und bereits Inhalte in UHD produzieren, der ideale Zeitpunkt, um auf den Zug aufzuspringen. Denn auch Werbung wirkt, wenn sie in UHD mit HDR ausstrahlt wird, deutlich brillanter.

Fortsetzung folgt

Eins ist sicher: Die Entwicklung wird auch nach UHD nicht aufhören. Es werden noch größere Screens mit noch höherer Auflösung kommen. Mit UHD wurde auch bereits 8K, die vierfache UHD-Auflösung, standardisiert. 8K wird derzeit aber nur im japanischen Markt weiterverfolgt. Die Technik wird künftig in jedem Fall immer brillanter und ausgefeilter werden. Während jetzt mit Leidenschaft neue UHD- bzw. 4K-Inhalte produziert werden, sprechen die Visionäre in Asien bereits von Video-Anwendungen in 32K. Was das für Bewegtbildproduzenten, Technikmarkt, Werbeindustrie und Zuschauer bedeutet, ist heute noch gar nicht vollständig absehbar. Aber wir werden es erleben.