NEWSKOMPETENZ IM WAHLJAHR

Im Jahr der Bundestagswahl macht sich RTL Gedanken darüber, wie das Programm in Sachen Information und Politik aussehen soll und was die Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Berichterstattung sind, die nah am Zuschauer ist. Und auch in Bezug auf die TV-Duelle von Kanzlerin und Herausforderer haben die Programmmacher Vorschläge. Ganz nah dran an den Geschehnissen des Wahljahres und an den Themen, die die Menschen bewegen, ist auch n-tv – mit neuen Talks und Reportergeschichten, multimedialen News und aktuellen Dokumentationsreihen.

RTL

RTL CHEFREDAKTEUR MICHAEL WULF IM FAZ-INTERVIEW

Michael Wulf


NEWS TO USE: FUNDIERT UND VERLÄSSLICH MIT GROSSER EXPERTISE

Sie haben, gemeinsam mit ARD und ZDF, gerade die "Goldene Kamera" für Ihre Nachrichtenberichterstattung erhalten. Womit haben Sie sich das verdient?

"Ich denke, weil wir seit langer Zeit fundiert und sehr verlässlich berichten. Wir sind da, wenn etwas passiert und arbeiten permanent an unseren Nachrichtenformaten, um noch besser zu werden. Information ist uns wichtig. Das merken die Zuschauer jeden Tag - und ab und an eben auch die Kritiker. Gemeinsam mit unserem Anchorman Peter Kloeppel tun wir das seit inzwischen 25 Jahren. Wir versuchen, die Nachrichten zu transportieren, die für die Menschen in ihrem Alltag wichtig sind - "News to use", wenn Sie so wollen. Das ist unser Leitsatz: Wir wollen möglichst nah an den Zuschauern dran sein."

Wodurch unterscheiden Sie sich von ARD und ZDF?

"Vor allem durch die Wahl der Themen, aber auch durch ihre Aufbereitung. Wir beachten die politische Agenda, achten aber auch auf Themen, die für die Lebenswelt der Zuschauer unmittelbar bedeutend sind. Das unterscheidet uns deutlich von der "Tagesschau", macht aber auch Schule. So haben sich die "heute"-Nachrichten des ZDF durchaus verändert und sind bei der Themenwahl ein ganzes Stück an uns herangerückt. Wir sind als Nachrichtenmacher auch darin erfolgreich, Menschen anzusprechen, die andere nicht erreichen. Dabei erforschen wir immer wieder und auf unterschiedlichsten Wegen, ob wir in diesem Sinne richtig liegen."

Wer sind denn die Zuschauer des Informationsprogramms von RTL?

"Unsere Zuschauer sind der Querschnitt unserer Bevölkerung. Wir haben Zuschauer aus allen sozialen Schichten und wir haben deutlich jüngere Zuschauer als ARD und ZDF. Uns schauen somit die meisten Erstwähler und mit Blick auf die Wahlen in diesem Jahr auch viele Unentschlossene. Unser Programm schauen Menschen, die ein ganz grundsätzliches Bedürfnis nach Information haben, die das Wichtige mitbekommen und mitreden wollen, aber mit möglichst konkretem Bezug zum eigenen Alltag."


SORGFÄLTIGE RECHERCHE IST DAS A UND O

Wir leben angeblich im "postfaktischen" Zeitalter. Überall "Fake News". Ist das so? Was können Sie mit diesen Stichworten anfangen?

"In den letzten Jahren hat sich die Informationslandschaft deutlich verändert. Es gab schon immer Gerüchte oder Nachrichten, die nicht richtig waren, nur nicht die Vielzahl von Kanälen und Quellen und nicht das Tempo, in dem sie sich heute verbreiten. Es kommt darauf an, sich vor diesem Hintergrund immer wieder an seine journalistischen und handwerklichen Grundsätze zu erinnern. Wir alle müssen richtig recherchieren und nicht nur mal eben bei Google ein paar Suchbegriffe eingeben. Es geht darum, die Verbreitung von "Fake News" beziehungsweise fehlerhaften Informationen zu verhindern. Die Menge an Daten wird immer größer und somit wird auch immer wichtiger, zu überprüfen, zu sortieren und verständlich einzuordnen. Wir haben dafür eine gewachsene und schlagkräftige journalistische Infrastruktur im In- und Ausland. Und wir haben vergangenen Herbst eigens ein Verifizierungs-Team eingerichtet, dass Nachrichten und ihre Quellen immer wieder überprüft."

Ich habe den Eindruck, dass "Fake News" als Begriff längst wertlos geworden oder eine Vokabel ist, hinter der sich etwas anderes verbirgt. Es ist die Lieblingsvokabel des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, und der drückt damit seinen generellen Vorbehalt gegen die Presse aus. Sehen Sie einen solchen auch bei uns?

K_R_neu"Ich würde nicht sagen, dass es hier einen generellen Vorbehalt gegen Journalismus gibt, auch wenn wir es mit dem Stichwort "Lügenpresse" zu tun haben. Darauf gibt es nur eine Antwort: saubere Recherche und verständliche Präsentation von Nachrichten. Orientierung an Fakten und klare Kennzeichnung von Meinung. Wir sind nur erfolgreich mit Qualitätsnachrichten. Die Menschen erwarten, dass sie, wenn sie diskutieren, dies auf einer verlässlichen Faktenbasis tun können. Wer bei Facebook, Twitter, Instagram oder Snapchat unterwegs ist, dem fällt es nicht so leicht, zwischen "Fake News" oder auch sog. "branded content", also Informationen mit einem kommerziellen Interesse dahinter, und echten Nachrichten zu unterscheiden, weil die Menge an Information einfach so groß ist. Unsere Aufgabe ist es, an dieser Stelle da zu sein. Bei der Vermittlung hilft uns, dass "RTL Aktuell" oder das "RTL Nachtjournal“ durch beständige Pflege zu eigenen Marken geworden sind, denen die Zuschauer vertrauen. Und es helfen selbstverständlich auch Persönlichkeiten wie unsere Chefreporterin ‚Ausland‘ Antonia Rados oder Peter Kloeppel, der für fünfundzwanzig Jahre Qualitätsnachrichtenjournalismus bei RTL steht - ein Journalist, der nicht nur im Studio ist, sondern immer wieder vor Ort war, sei es im eigenen Land, im Irak oder Amerika, und der neben der Moderation selbst große Beiträge, Reportagen und Dokumentationen macht."

ZWEI FERNSEHDUELLE WÄREN BESSER

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist die Bundestagswahl und damit auch die sogenannten TV-Duelle. Wie stellen Sie sich das in diesem Jahr vor? Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat gerade gesagt, er stehe für so viele "Duelle" zur Verfügung, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel sich aufzurufen traue.

"Für uns spielt zunächst einmal nicht nur das TV-Duell eine Rolle. Wir arbeiten derzeit intensiv daran, wie wir das Programm in den Monaten bis zur Bundestagswahl insgesamt gestalten. Wir haben vor der Bundestagswahl zum Beispiel noch die wichtige Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Was das TV-Duell angeht, wünschen wir uns zwei Ausgaben. Es gibt in diesem Wahlkampf so viele Themen und die Menschen haben Fragen mehr als genug, dass diese in einer Sendung gar nicht alle behandelt werden können. Zwei TV-Duelle wären besser, aber letztlich geht’s nicht ohne die Politik."

Zwei TV-Duelle nach dem herkömmlichen Muster? Also übertragen von den vier Sendern ARD, RTL, Sat.1 und ZDF, mit vier Moderatoren? Diese Form wirkt sehr statisch und gezwungen.

"Wenn wir zwei TV-Duelle machen, dann wäre es sicherlich sinnvoll, die beiden Sendungen mit jeweils zwei Moderatoren zu gestalten. Raus aus dem Korsett für mehr Spielraum, zum Beispiel zum Nachhaken."

Wie läuft die Verständigung in dieser Frage zwischen den Sendern und den Wahlkämpfern ab?

"Es war bisher immer so, dass die Sender mit den Wahlkampfteams der Kandidaten gemeinsam Überlegungen angestellt haben. Wir setzen uns zusammen und diskutieren. Entscheidend ist, welche Vorstellungen die beiden Parteien entwickeln, die Bundeskanzlerin und ihr Herausforderer. Alle Sender und die Parteien suchen dann nach einer gemeinsamen Lösung."

Aber wie kommt man denn aus dem alten Korsett raus? Da stehen zwei Kandidaten, die Uhr läuft und die vier Fragenden haben vor allem damit zu tun, sich nicht gegenseitig im Weg zu sein.

"Man muss über die Form sicherlich reden. Unser Wunsch ist, die Zuschauer mit einzubeziehen. Wir wollen die Fragen unserer Zuschauer einbringen. Denn darum geht es doch: um die Fragen der Wähler an die Politik, an die Kandidaten. Das machen wir bei Interviews mit Politikern auch immer öfter. Wir stehen für Nähe zum Zuschauer und wollen ihnen, gerade in diesem Jahr, nicht nur noch mehr zuhören, sondern vor allem eine Stimme geben."

NAH AM ZUSCHAUER

Ein Vorwurf an "den" Journalismus ist in der letzten Zeit, er bekomme nicht mit, was die Menschen bewegt und was im Land los ist und dass in der Berichterstattung Dinge fehlen.

"Nahe an den Menschen sind Journalisten nur, wenn sie zu den Menschen gehen. Wenn ich nur in der Redaktion in Köln, Hamburg oder Berlin sitze, werde ich viele Sachen gar nicht mitbekommen. Wir sagen unseren Redakteuren immer: Geht raus! Hört euch an, was die Themen und Probleme der Menschen sind. Wir setzen mehr Reporter ein denn je und tauschen uns regelmäßig aus, um in dieser Frage Zwischenbilanz zu ziehen. 

Zuschauer

Vor zwei Jahren haben wir eigens eine Mitarbeiterwohnung eingerichtet, in der Reporter und Redakteure einige Zeit leben und mit den Menschen vor Ort Interviews führen, sich gemeinsam Sendungen ansehen und besprechen, sich im direkten Umfeld umsehen. Die Wohnung - 2 Zimmer, absoluter Durchschnitt, bezahlbare Miete, Discounter, aber auch Sportverein um die Ecke ist immer ausgebucht. Wir machen das gerade in Chemnitz, davor waren wir in Duisburg-Aldenrade. Alle halbe Jahr ziehen wir um und an den nächsten Ort – zu unseren Zuschauern. Unsere Teams sind von der Sache und von den Anregungen, die sie bekommen, begeistert. Vor allem schärfen sie ihr Gespür für die Themen, die die Menschen wirklich bewegen. Dabei bestätigt sich immer wieder: Die Zuschauer sehen alles."
 FAZ-Ausgabe vom 14.03.2017. Die Fragen stellte Michael Hanfeld.

 

n-tv

Sondersendungen, Reportagen und Talks

Das Super-Wahljahr 2017 ist in seine heiße Phase gestartet. Der Nachrichtensender n-tv begleitet die Wahlen des Jahres mit umfangreichen Sonderprogrammierungen. Von der Wahl in den Niederlanden über Landtagswahlen bis hin zur Bundestagswahl im September: n-tv bietet Prognosen, Einschätzungen und Ergebnisse. Flankiert werden diese von aktuellen News Reportagen und Dokumentationen sowie den beiden neuen n-tv Talks "Jetzt Knippertz!" und "Klamroths Konter". Darüber hinaus gibt es eine umfassende Berichterstattung auf allen digitalen Plattformen von n-tv, angereichert mit Grafiken und Kommentaren.

"2017 wird ein spannendes Wahljahr. Sowohl bei den Wahlen in Deutschland als auch in unseren Nachbarländern Frankreich und den Niederlanden wird sich zeigen, wie stark die Populisten tatsächlich sind und wohin es mit unserer Gesellschaft und der EU geht. Daher wird n-tv die Wahlen nicht nur mit Prognosen, Einordnungen und Analysen umfassend begleiten, sondern schaut bereits im Vorfeld genau hin, welche Sorgen und Nöte die Menschen haben, und beleuchtet unter anderem Themen wie innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit ausführlich von allen Seiten."

n-tv Chefredakteurin Sonja Schwetje
 

"Fokus Deutschland" und "Nah dran!!"

Mit "Fokus Deutschland" wirft n-tv ab dem 2. Mai immer dienstags um 23.05 Uhr den Blick auf brisante Themen und Probleme, die das aktuelle Bild Deutschlands in den Wochen des Wahlkampfs bestimmen. Los geht es mit der Dokumentation "Prekäre Republik – Wie sozial ist Deutschland". Die fünfteilige n-tv Auftragsproduktion zeigt Missstände auf und macht sich auf die Suche nach den Hintergründen. Die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich ist dabei nur ein Thema der Doku-Reihe. Von vernachlässigten Regionen, die von Armut, Arbeitslosigkeit und Ghettoisierung geprägt sind, bis hin zu den desolaten Zuständen im Straßen- und Wohnungsbau, von der erstarkten Bewegung der Reichsbürger bis hin zu den Problemen deutscher Metropolen mit No-go-Areas und zunehmender Gewalt: "Fokus Deutschland" reist durch die Republik und zeigt die besorgniserregenden Situationen in vielen Landesteilen.

Die Reihe "Nah dran!!" beschäftigt sich ab dem 24. April täglich mit Themen, die den Menschen in Deutschland auf dem Herzen liegen. Dazu reisen die beiden Reporter, Fabricia Josten und Benjamin Geese, quer durchs Land und fragen, was in den verschiedenen Regionen gut läuft und was eher nicht? Bereits seit einigen Wochen können für das Format Videos mit Themenvorschlägen eingereicht werden. So wird es unter anderem um Integration, Jobs und um das Thema Wohnungsnot gehen. Jede Folge wird zudem mit einem Artikel bei n-tv.de begleitet. Darüber hinaus ist eine Facebookseite (@ntv.nahdran) eingerichtet, auf der diskutiert werden kann.

Neue Talks "Klamroths Konter" und "Jetzt Knippertz!"

Jetzt KnippertzNah dran sein an den Menschen, dafür steht auch die neue Talk-Reihe "Jetzt Knippertz!". In jeder Folge geht es jeweils um ein Thema, das die Bürger in ihrer Lebenswirklichkeit beschäftigt. Dafür ist Torsten Knippertz in Deutschland unterwegs, lässt die Menschen vor Ort mit ihren Sorgen und Nöten zu Wort kommen und verschafft ihnen somit Gehör. Die erste Folge von "Jetzt Knippertz!" läuft am Dienstag, den 4. April, um 23.10 Uhr bei n-tv.
 
Klamroths KonterBereits am 28. März um 23.30 Uhr geht mit "Klamroths Konter" ein weiterer neuer Talk bei n-tv in Serie. Gastgeber ist der 27-jährige Journalist Louis Klamroth. In privater Atmosphäre im Schaltraum des Kraftwerks Berlin hakt Klamroth nach und fühlt jeweils einem Gast aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft auf den Zahn. Um herauszufinden, wie der Gast wirklich tickt, geht es dabei durchaus auch um Persönliches. Das Besondere: Online first! Der Talk ist bereits vorab bei n-tv.de abrufbar. In der nächsten Sendung zu Gast: Christian Lindner von der FDP.

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