GLOBAL TEAM-PLAY – IN SERIE
07.02.2017

Guter, für den deutschen Markt passender US-Serien-Nachschub ist seit Jahren knapp. Um sowohl inhaltlich besser mitreden zu können als auch unabhängiger von Entscheidungen der US-TV-Sender zu sein, hat die Mediengruppe RTL Deutschland entschieden, neben dem Serien-Einkauf künftig stärker auf internationale Coproduktionspartnerschaften zu setzen. Das sichert einerseits eine stärker am hiesigen Publikum orientierte Programmversorgung und andererseits die komplette Inhalteauswertung über alle Kanäle und Plattformen hinweg. FOURSCREEN zeigt, wohin die Reise geht.

Neue Wege gemeinsam gehen

Die Mediengruppe RTL Deutschland, NBC Universal International Television Production (NBCU) und der französische TV-Sender TF1 sind eine internationale Coproduktionspartnerschaft eingegangen. Bei diesem ersten Zusammenschluss europäischer Sender mit einem US-Major-Studio zur Erstellung hochklassiger fiktionaler TV-Inhalte sind alle drei Partner bezüglich Finanzierung, Projektauswahl und internationaler Auswertung gleichberechtigt. Die Projekte werden in Nordamerika geschrieben, besetzt, gedreht und auf ein breites internationales – also auch europäisches – Publikum zugeschnitten. Die Partnerschaft erstreckt sich auf neue episodisch erzählte Serien.

›Wir sind überzeugt, dass das deutsche Publikum internationale und episodisch abgeschlossene Serien weiterhin stark nachfragt, die auf einem extrem hohen und internationalen Level produziert sind.‹
JÖRG GRAF COO Program Affairs bei der Mediengruppe RTL Deutschland

ALLE AN BO(A)RD

Jeder der drei Partner spielt eine aktive Rolle in der Coproduktionspartnerschaft. JoAnn Alfano, Executive Vice President Scripted Programming bei NBCU, leitet das dazu geschaffene Creative Board. Diesem für alle Entwicklungs-, Redaktions- und Produktionsentscheidungen verantwortlich zeichnenden Gremium gehören außerdem Michael Edelstein von NBCU, Fabrice Bailly und Sophie Leveaux von TF1 und Jörg Graf sowie Bernd Reichart von der Mediengruppe RTL Deutschland an. Jörg Graf erläutert im Interview, was die Stärken der neuen internationalen Partnerschaft und der daraus hervorgehenden Produktionen sind. 

Jörg GrafFOURSCREEN: Warum haben sich die Partner in genau dieser Konstellation zusammengetan?

JÖRG GRAF: Es ist kein Zufall, dass sich in der Gemeinschaft mit NBC zwei große europäische Marktführer getroffen haben. Ein Blick auf Zielgruppen und erfolgreiche Programme in Frankreich und Deutschland lässt schnell erkennen, dass der Programmbedarf bei den US-amerikanischen Serien sehr, sehr ähnlich ist. Wir alle wollen keine Kompromiss-Show, die ein bisschen „procedural“, aber auch ein bisschen „serialized“ ist, ein bisschen dunkel, aber auch mit Humor. Dieser unsinnige Spagat führt zu nichts Gutem. Im Gegenteil: Wir wollen eine Serie, die über ihr kreatives Konzept und ihre hochprofessionelle Machart ein großes Publikum fesselt. Die Idee ist schlichtweg weiterhin, unseren Zuschauern ein Genre anzubieten, das uns von den US-Studios kaum mehr angeboten wird. Toll entwickelte Charaktere in spannenden, episodisch abgeschlossenen Plots.

›Die Idee ist schlichtweg weiterhin, unseren Zuschauern ein Genre anzubieten, das uns von den US-Studios kaum mehr angeboten wird.‹

Was ist besonders wichtig bei dieser transkontinentalen Coproduktion?

JÖRG GRAF: Der absolute Fokus auf Mainstream-Free-TV, eine robuste Finanzierung und vor allem Partner, die über ein Projekt hinaus zusammenarbeiten und sich kreativ permanent austauschen. Ausgiebige inhaltliche Vorbereitung statt Problemlösung während der Produktion ist extrem wichtig. Co-Pro steht und fällt meines Erachtens mit der Feststellung, ob vor Drehbeginn wirklich alle im gleichen Boot sitzen und im gleichen Takt rudern. Die Bedeutung der Vorbereitungs- und Abstimmungsphase bis hin zu Casting-Entscheidungen sind sehr relevant. Daher nehmen wir uns die Zeit, die es für die Abstimmung und Vorbereitung braucht.

Was macht die erste Projektumsetzung aus?

JÖRG GRAF: Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit TF1 und NBCU ein faszinierendes Formatkonzept finden konnten, das erzählerisch und visuell höchsten Standards gerecht wird – ein packendes, modernes Crime-Procedural mit einer starken Frauenfigur im Mittelpunkt. Nachdem wir mit Chris Noth einen der populärsten TV-Stars als männlichen Hauptdarsteller für die erste Serie „Gone“ gewinnen konnten, freuen wir uns nun auf die nächsten Schritte des Projektes und die Weiterführung der tollen Zusammenarbeit mit unseren starken Produktionspartnern.

›Wir freuen uns, dass wir ein faszinierendes Formatkonzept finden konnten, das erzählerisch und visuell höchsten Standards gerecht wird.‹
 

ZEIT FÜR QUALITÄT

Als NBCU, TF1 und die Mediengruppe RTL Deutschland beschlossen, gemeinsame Sache bei Procedural-Serien zu machen, ging es zunächst noch nicht um die konkrete Buchentwicklung. Anderthalb Jahre lang wurden zuerst in und zwischen den Teams dies- und jenseits des großen Teichs mehrere dutzend Stoffe im Detail geprüft, bevor eine einhellige Entscheidung für die Entwicklung der auf dem Bestseller „One Kick“ von Chelsea Cain basierenden Ermittlerserie „Gone“ fiel. Doch nicht nur der Stoff an sich, auch die Zusammenstellung des Kreativteams, das Casting und die Festlegung wirtschaftlich relevanter Themen und der Produktionsorte mussten mit größter Sorgfalt abgestimmt werden. All dies und die Order, straight-to-series – also ohne Pilotierungsphase – zu produzieren, erfordert eine entsprechende Vorlaufzeit, um ein Projekt solcher Größenordnung zum Erfolg zu führen.

›GONE‹ – SPECIAL TASK FORCE MIT KICK

Die weibliche Hauptfigur von „Gone“, Kit „Kick“ Lannigan, wurde als Kind bei einem spektakulären Kriminalfall selbst entführt. Um nie wieder Opfer zu sein, hat sie sich in allen Kampfsportarten und an der Schusswaffe trainiert. Kick zögert keine Sekunde, als ihr einstiger Retter, FBI-Agent Frank Booth – gespielt von Chris Noth (Mr. Big in „Sex and the City“ und Detective Mike Logan in „Law & Order“) – sie bittet, einer von ihm gebildeten Special Task Force für Entführungs- und Vermisstenfälle beizutreten. Mit Hilfe des Ex-Geheimdienstoffiziers John Bishop macht Kick von da an Jagd auf skrupellose Entführer. Und das mit Erfolg. Schließlich kann niemand die Handlungsmuster der Täter besser erkennen und durchkreuzen. 

MEHR INTERNATIONALE HOCHSPANNUNG

Ein weiteres Procedural aus dem Genre Crime-Drama, an dem die Mediengruppe RTL Deutschland in internationaler Coproduktion mit CBS, TF1 und dem kanadischen Global Television Network arbeitete, heißt „Ransom“ und wird nun bei VOX ausgestrahlt. Hinter der Serie steht der mehrfach Emmynominierte Drehbuchautor und Produzent Frank Spotnitz, der u. a. schon die Kultserie „Akte X“ und zuletzt die AmazonEigenproduktion „The Man in the High Castle“ mitgestaltete. Gemeinsam mit David Vainola (u. a. „Diamonds“) fungiert der Serien-Profi als Showrunner und Entwickler des neuen CrimeFormats.

›Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit unser en kompetenten Partnern die Serie ‚Ransom‘ zu produzieren. Stellvertre tend für das kreative Team des Projektes möchte ich Frank Spotnitz als Showrunner hervorheben: Er hat mit seinen Autoren faszinierende Charaktere geschaffen, die ‚Ransom‘ zu einem packenden und emotionalen Format machen, das perfekt zu unserer Strategie passt, hochwertige Crime-Procedurals für unsere Free-TVSender RTL und VOX zu entwickeln.‹

JÖRG GRAF COO Program Affairs bei der Mediengruppe RTL Deutschland

›RANSOM‹: DAS WORT ALS WAFFE

Eric Beaumont, die Hauptfigur von „Ransom“ – gespielt von Luke Roberts („Game of Thrones“, „Black Sails“) –, ist einer der besten Verhandlungsführer der Welt. Er durchschaut sein Gegenüber in Windeseile und kann mit seiner ultimativen Waffe – dem Wort –  selbst aussichtslos scheinende Situationen lösen. Sein Experten-Team wird immer dann zu Rate gezogen, wenn die Polizei nicht mehr weiterweiß. Maxine – gespielt von Sarah Greene („Penny Dreadful“) –, will unbedingt Teil von Beaumonts Crew werden,  obwohl ihre eigene Mutter vor 15 Jahren selbst bei einem solchen Einsatz gestorben ist. Mit im Team: die taffe Ex-Polizistin Zara (Nazneen Contractor: „Heroes: Reborn“) und Profiler Oliver Yates (Brandon Jay McLaren: „Graceland“, „The Killing“).

Eric Beaumont hat ein reales Vorbild: Laurent Combalbert, der als einer der weltbesten Krisenmanager gilt. Als Verhandlungsexperte einer französischen Spezialeinheit war er international in 200 Einsätzen – von Entführungen bis Geiselnahmen – tätig. Heute leitet er eine private Beratungsfirma, die Verhandlungsführer weiterbildet, schreibt Fachliteratur, schult Regierungen und Führungskräfte.

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