IP Deutschland GmbH
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TV-GERÄTE - ENDLICH SCHÖN?

Als 1931 das erste vollelektronische TV-Gerät auf der Funkausstellung in Berlin präsentiert wurde, war das der Beginn einer Medienrevolution. Seither haben sich Fernseher vor allen Dingen auf technischem Gebiet rasant weiterentwickelt. Doch was lange Zeit hinterherhinkte, war das Design der Geräte. Die neuesten Erfindungen und Ideen lassen jedoch hoffen, dass sich das ändert.

Vom Volumenungeheuer zum Flachbildschirm

Die ersten TV-Geräte besaßen – aus heutiger Sicht – durchaus einen nostalgischen Charme. Doch die anfängliche Röhrentechnik wollte irgendwo untergebracht werden. Das Ergebnis: unschöne Kästen, deren Verhältnis von Bildschirmgröße zum Gesamtvolumen der Geräte unpassend wirkt. Letzteres änderte sich zwar im Laufe der Zeit, die Tiefe der Fernseher – und nicht selten auch das hohe Gewicht – stellte stilbewusste Wohnungseinrichter jedoch regelmäßig vor praktische und ästhetische Probleme. Im Grunde blieben nur zwei Lösungen: Entweder fand man sich mit den TV-Klötzen ab und akzeptierte ihre unübersehbare Präsenz, auch wenn die Geräte nicht im Einsatz waren. Oder man versteckte sie in eigens angebotenen TV-Möbeln oder Schrankwänden, indem bei Nichtgebrauch eine Tür den Blick auf die unschönen Volumenungeheuer versperrte.

Erst mit der Entwicklung der Flachbildschirme ermöglichte die mittlerweile weit fortgeschrittene Technik die Herstellung von Geräten, die nicht länger eine Beleidigung fürs Auge und jede Inneneinrichtung darstellen. Doch während moderne Technologien nie gekannte Seh- und Hörerlebnisse sowie immer flachere und größere TV-Geräte ermöglichen, blieb bislang eines scheinbar unumgänglich: rechteckige, schwarze Bildschirme, die im ausgeschalteten Zustand irgendwo herumstehen oder -hängen. Das ist umso erstaunlicher, da laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes in Deutschland im Jahr 2017 in 97,8 Prozent aller privaten Haushalte mindestens ein TV-Gerät vorhanden ist. Im Durchschnitt verfügen die Haushalte sogar über rund 1,7 Fernsehgeräte, darunter ca. 1,4 Flachbildfernseher. Glücklicherweise haben viele der führenden Hersteller die nach wie vor herrschende Diskrepanz zwischen inneren technischen Werten und der äußeren Erscheinungsform erkannt und warten mit innovativen Produkten und Ideen auf, die allerdings teilweise noch in der Versuchsphase sind.

Fernseher als Bilderrahmen

Ein namhafter Hersteller ist bereits mit einer Idee in den Markt gegangen, die sich spätestens mit der Einführung von Smart TVs angeboten hat: Fernseher als Bilderrahmen für Kunstwerke und Fotos. Das "The Frame" genannte UHD-Gerät fungiert nicht nur als Fernseher, sondern dient im sogenannten "Art Mode" als Rahmen für Bilder, die aus einer Kollektion ausgewählter Werke gewählt werden können. Die Auswahl reicht dabei von Gemälden über Fotografien und Zeichnungen bis hin zu digitalen Arbeiten. Zusätzlich sind
verschiedene magnetische Rahmen in Metall und im Holzdesign erhältlich, die einfach angebracht werden können und das Gerät an den Einrichtungsstil des jeweiligen Raumes anpassen. Als besonderen Clou gibt es optional für "The Frame" einen Standfuß, der einer Staffelei nachempfunden ist und zusätzlich die Anmutung eines gerahmten Bildes unterstreicht. Auch an Energiesparmaßnahmen hat der Hersteller gedacht. "The Frame" verfügt über einen Bewegungssensor, der das Gerät automatisch ausschaltet, wenn sich niemand mehr im Raum befindet.

Bildschirm als Lautsprechermembran

Die Tendenz, dass TV-Geräte immer dünner werden, ist nichts Neues. Neu jedoch ist eine Technik eines Herstellers, die dafür sorgt, dass bei Lautsprechern, die zumindest eine bestimmte räumliche Tiefe benötigen, die herkömmliche Lautsprechermembran entfallen kann. An deren Stelle tritt nämlich der komplette OLED-Bildschirm. Dieser ist so dünn, dass er als Membran dienen kann. Da die Bildschirme im Vergleich zu Lautsprechermembranen riesig sind, sorgen selbst minimale Schwingungen für eine hohe Lautstärke und exzellente Stereo-Tonqualität. Zusätzlich sorgt diese Technik für eine gleichmäßige Schallausbreitung im Raum. Ein zitterndes Bild bei der TV-Wiedergabe ist dabei nicht zu befürchten – zumal es trotz alledem auf der Rückseite des Gerätes einen zusätzlichen Basslautsprecher gibt, dessen Membran in der Regel in deutlich höhere Schwingungen versetzt wird. Eines bleibt jedoch auch bei dieser Innovation: Ist der Fernseher ausgeschaltet, steht oder hängt er als großes, schwarzes Rechteck im Raum, auch wenn er durch seine sehr flache Bauweise wahrscheinlich als weniger störend empfunden wird als deutlich tiefere Geräte.

Aufrollbare Displays

Flache Bildschirme, wie bereits im Handel erhältlich, sind das eine. Die Bildschirmprototypen eines weiteren Herstellers, der die Realisierung von möglichst dünnen Monitoren in neue
Dimensionen voranzutreiben versucht, das andere: Die weniger als einen Millimeter dünnen Displays sind Gläser oder Kunststofffolien, die mit mikroskopisch kleinen OLEDs aus Kunststoff beschichtet werden. Auf diese Weise ist es möglich, den Bildschirm, wenn er nicht benutzt wird, einzurollen und in einem Sockel, der auch das Soundsystem enthält, komplett verschwinden zu lassen. Als erste Studie konnte auf der diesjährigen CES in Las Vegas bereits ein funktionsfähiges Muster dieser Technik in Augenschein genommen werden. Im ausgefahrenen Zustand hat das Display eine Größe von 65 Zoll, wobei der Prototyp über insgesamt drei Einraststufen verfügt: voll ausgefahren im Format 16:9, Stufe 2 im Kinoformat 21:9 und die sehr schmale Stufe 3, die lediglich die Anzeige von Statusinformationen ermöglicht. Ob und wann die Geräte Marktreife erlangen werden, ist allerdings
noch völlig offen.

Transparente Bildschirme

Eine weitere Idee, die ebenfalls noch in der Versuchsphase ist, nährt die Hoffnung, dass die bekannten Erscheinungsformen von Fernsehern in der Zukunft durch neue Designs und Möglichkeiten ergänzt, wenn nicht gar abgelöst werden. Das Potenzial dazu haben transparente Bildschirme, die bereits heute im Prototypenstatus über OLED-Technik und UHD-Auflösung verfügen und im ausgeschalteten Zustand wie gewöhnliche Glasscheiben aussehen. Der Hersteller arbeitet darüber hinaus daran, das sogenannte "intelligente Glas" mit einer Touchscreen-Funktion auszustatten, die z. B. das Abrufen zusätzlicher Informationen erlaubt. Gerade diese Kombination aus Wiedergabemedium und bedienbarem Informationsdisplay eröffnet zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten dieser transparenten Bildschirme, wie z. B. als Schaufenster oder Glastüren in Geschäften, die als interaktive Werbeflächen dienen können.