IP Deutschland GmbH
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KINDER – MEDIEN – FREIZEIT
BASISDATEN KINDLICHEN ALLTAGS
26.05.2017

Die Digitalisierung nimmt stetig weiter zu und die Ersten, die sich begeistert drauf stürzen sind die Kinder. In dem Vortrag Kinder – Medien – Freizeit“ geht es um die Einsortierung und Nutzung der neuen, digitalen Welt.

Familien lieben die Endgerätevielfalt. Bei TV, Computer und Smartphone herrscht nahezu Vollausstattung, Tablets erfahren erneut einen Beliebtheitsschub.

Das Wissen über den Besitz und die Nutzung von medialen Devices in Familien ist unverzichtbar, wenn es darum geht, als Marke erfolgreich mit Kindern zu kommunizieren. Brigitte Bayer stellte auf der Fachtagung Kinderwelten in ihrem Vortrag hierzu brandaktuelle Zahlen von iconkids & youth vor.

Eltern schränken die Nutzung von Devices vielfach ein


In jedem Haushalt mit Kindern zwischen 3 und 13 Jahren ist heute mindestens ein TV-Gerät vorhanden, PC bzw. Laptop und Smartphone kommen mit 96 bzw. 98 Prozent ebenfalls auf beeindruckende Verbreitungszahlen. Tablets sind in Familienhaushalten überrepräsentiert, die Haushaltsausstattung stieg sogar nochmals von 41 Prozent im Vorjahr auf 54 Prozent in 2017 an.

Dass Geräte im Haushalt vorhanden sind, heißt aber nicht zwangsläufig, dass diese auch von den Kindern genutzt werden dürfen. Das Fernsehen und seine Inhalte sind den Eltern vertraut, darum ist es kaum reglementiert: In 99 Prozent aller Haushalte darf das vorhandene TV-Gerät auch vom Kind genutzt werden und in 28 Prozent der Haushalte ist es sogar das einzige Device, das dem Kind zur Verfügung steht.

Mittlerweile haben 28 Prozent der Kinder von 3 bis 13 Jahren ein eigenes TV-Gerät im Kinderzimmer. Die Nutzungsdauer der Hauptgeräte im Wohnzimmer wird, getrieben durch technische Gadgets und immer größere Bildschirmdiagonalen, immer kürzer – die „Altgeräte“ finden dann oftmals einen Platz im Kinderzimmer.

Beim Umgang der Kinder mit Geräten, mit denen man ins Internet kann, sind Eltern deutlich zurückhaltender als beim Fernsehen. Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Devices: Tablets dürfen vom überwiegenden Teil der Kinder genutzt werden, beim Laptop (als eher ernstem, auch für schulische Belange genutztem Device) sieht es ähnlich aus. Anders hingegen beim Smartphone: Im Haushalt vorhandene Geräte darf die Mehrheit der Kinder nicht benutzen. Dies liegt vor allem daran, dass Smartphones die persönlichsten aller Devices sind, denn hierüber findet im Regelfall die Kommunikation statt. Aus Sicht der Kinder wiederum sind gerade iPhone & Co. besonders attraktiv – das eigene Smartphone symbolisiert das Erwachsenwerden und ermöglicht den ungestörten Kontakt mit der Peergroup.

Medien sind nur eine Facette kindlicher Freizeit

Das Freizeitverhalten der Kinder bestimmt, wie viele Gelegenheiten es überhaupt zur mobilen Mediennutzung gibt. 30 Prozent der 6- bis 12-Jährigen werden mit dem Auto zur Schule gebracht, 29 Prozent fahren mit Bus oder Bahn – in beiden Fällen gibt es genug Zeit, das Smartphone mobil zu nutzen. Betrachtet man allerdings die gesamten Freizeitaktivitäten der Kinder, spielt die Nutzung mobiler Devices bislang eine relativ geringe Rolle. Kindliche Freizeit wird zu großen Teilen beherrscht vom klassischen Spielen - alleine oder mit Freunden, zu Hause oder draußen.

Folgt man den gängigen Klischees, sind alle Kinder in ihrer Freizeit permanent im Internet. Tatsächlich nutzt die große Mehrheit der 6- bis 12-Jährigen (71 %) regelmäßig das Netz, nur 29 Prozent sind seltener als einmal pro Woche online. Noch sind der Desktop bzw. das Notebook die wichtigsten Devices hierfür, sie werden von 57 Prozent der Kinder genutzt. Es folgen das Smartphone (38 %) und das Tablet (20 %).

Lineares Fernsehen behält seine Faszination

Im Vergleich zur Online-Nutzung hat TV eine hohe Relevanz im Alltag der Kinder: 93 Prozent der 6- bis 9-Jährigen und 95 Prozent  der 10- bis 13-Jährigen schauen mehrmals pro Woche klassisches, lineares Fernsehen. Zum Vergleich: 26 Prozent der jüngeren und 61 Prozent der älteren Kinder sehen sich Videos im Internet an.

Auch wenn man die Nutzung über alle Screens hinweg betrachtet, wird die hohe Bedeutung der Inhalte aus dem klassischen Fernsehen klar: 92 Prozent der Kinder zwischen 6 und 12 Jahren verfolgen TV-Programme zum Zeitpunkt der Ausstrahlung, 27 Prozent nutzen zudem die Mediatheken der Sender, um zeitversetzt ihre Lieblingsinhalte zu sehen. Dagegen rufen nur 6 Prozent Sendungen über kostenpflichtige Streaming-Angebote wie Amazon Prime oder Netflix ab.

Angebotsvielfalt führt zu zusätzlicher Nutzung

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzung von Video-Content bei praktisch allen Plattformen gestiegen. Dabei findet keine Substitution statt, vielmehr werden zusätzliche Angebote von den Kindern ergänzend genutzt. Das liegt auch daran, dass jeder der Screens spezielle Bedürfnisse bedient. Das lineare TV dient dabei primär der Entspannung, während die Nutzungsverfassung bei YouTube & Co. in höchstem Maße durch Aktivität geprägt ist.

Beim härtesten Nutzungskriterium, der „Nutzung gestern“, steht das lineare Fernsehen an der Spitze: 87 Prozent der Kinder nutzen an einem beliebigen Tag klassisches TV. Die zweithäufigste Nennung entfiel – mit deutlichem Abstand – auf YouTube und andere Internetvideos (17 %).

Kinder lieben Kinderprogramme

Fragt man 6- bis 13-Jährige ungestützt nach ihren Lieblingssendern (drei Nennungen möglich), belegt SUPER RTL mit 63 Prozent der Nennungen den ersten Platz. KiKA folgt auf dem zweiten Platz mit 53 Prozent vor Disney Channel (37 %) und Nickelodeon (31 %). Die Top 4 der Lieblingssender wird also ausschließlich von Kindersendern besetzt, die für diese Altersgruppe interessanter sind als die Vollprogramme.

Ansprechpartner

Brigitte Bayer

Brigitte Bayer
Werbewirkungsforschung

+49 221 456-71073

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