IP FOURSCREEN TOUCHPOINTS: PARALLELNUTZUNG IM ALLTAGSCHECK
02.02.2015

Parallelnutzung anderer Screens beim TV-Konsum ist keine Seltenheit mehr. Trotz steigender Verbreitung von Smartphones und Tablets dominiert aber mit 82 Prozent die exklusive TV-Nutzung.

Mit der zunehmenden Verbreitung neuer Endgeräte (insbesondere von Tablets und Smartphones) wird die These salonfähig, dass das Fernsehen seine Zuschauer immer seltener mit voller Aufmerksamkeit erreiche. Als Beleg werden gerne methodisch fragwürdige Studien herangezogen, die zudem nicht zwischen Nutzern und Nutzung differenzieren.

Entwarnung geben nun die Ergebnisse der aufwendigen Tagesablaufstudie Fourscreen Touchpoints von IP Deutschland, die auf 40.000 Momentaufnahmen der Aktivitäten von mehr als 1.321 Erwachsenen im Alter von 14 bis 59 Jahren beruht. Zwar gehört der zeitgleiche Einsatz verschiedener Screens bereits in breiteren Bevölkerungsschichten zu den TV-Nutzungsszenarien; es zeigt sich aber auch, dass dieses sogenannte „TV-Multiscreening“ im Alltag eher die Ausnahme als die Regel ist.

Screens werden auch gleichzeitig genutzt - aber nicht ständig

Rund ein Drittel (36 Prozent) der 14- bis 59-jährigen Befragten lassen sich der Kategorie der Parallelnutzer zuordnen – sie hatten während ihrer 3-tägigen Teilnahme an der Studie mindestens einmal zeitgleich zum linearen Fernsehen einen PC, ein Tablet oder ein Smartphone genutzt. 82 Prozent des TV-Konsums der Personen in dieser Altersgruppe fand aber exklusiv statt - also ohne die zeitgleiche Nutzung von PC, Laptop, Tablet oder Smartphone.

Etwas verbreiteter ist die Parallelnutzung in der jungen Zielgruppe. Doch auch die 14- bis 25-Jährigen schauen am liebsten mit voller Aufmerksamkeit fern: Fast drei Viertel (74 Prozent) ihres TV-Konsums erfolgt ohne jeglichen Kontakt zu anderen Endgeräten.

Im Tagesverlauf geht die Parallelnutzung zurück

Wie stark andere Screens während der TV-Nutzung Beachtung finden, hängt auch von der Tageszeit ab. Bereits in den späten Nachmittagsstunden, wenn viele alltägliche Pflichten erledigt sind, sinkt die Parallelnutzung. In der Primetime, wenn der Fernseher seinen großen Auftritt hat, ist die Parallelnutzung besonders niedrig: Hier wird sogar zu 86 Prozent exklusiv fern geschaut.

Auch Fourscreener schauen am liebsten exklusiv

Wird das TV-Multiscreening mit zunehmender Geräteverbreitung in den nächsten Jahren ansteigen? Eine Betrachtung der Parallelnutzung nach Geräteausstattung im Haushalt zeigt zwar eine Zunahme der Parallelnutzung mit steigender Anzahl verfügbarer Screens – Zuschauer, denen mehrere verschiedene Screens zur Verfügung standen, surften häufiger während des Fernsehens im Internet. Doch selbst bei den (wenigen) voll ausgestatteten „Fourscreenern“, also denjenigen, die über TV, PC, Tablet und Smartphone verfügen, erfolgte 73 Prozent des TV-Konsums exklusiv.

Hinzu kommt, dass diese Screens auch gerne für sendungsbezogene oder sendungsbegleitende Inhalte genutzt werden. Die Nutzung einer App zur zeitgleich im TV gesehenen Sendung ist also nur scheinbar eine Ablenkung – tatsächlich aber erhöht sie das Sendungs-Involvement.

Fazit: Die Parallelnutzung bleibt ein interessanter und auch relevanter Aspekt der TV-Nutzung, der eine fundierte, differenzierte Betrachtung verdient. Für den Moment bleibt aber festzuhalten, dass in allen Zielgruppen der weitaus überwiegende Anteil des TV-Konsums weiterhin exklusiv erfolgt.

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IP FOURSCREEN Touchpoints Parallelnutzung 17.02.2015 981 KB PDF

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Sandra Schümann

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